22. Nov 2006 13:45
Nach der Schul- Schießerei von Emsdetten streiten Experten und Politik über ein Verbot von Killerspielen. Die Netzeitung sprach mit Polizei- Gewerkschaftschef Speck über Gewaltursachen, Restriktionen und die Wirkung von PC-Spielen.
Speck: Diese Spiele verändern den Bezug Jugendlicher zur Realität grundlegend. Ihre Realität wird die Videowelt. Sie werden in einer Scheinwelt groß und ziehen sich diese Welt tagtäglich über Videospiele rein. Sie steigern sich in etwas rein und glauben, dass diese Spiele das eigentlicher Leben sind. Das ist gefährlich, denn daraus kann man sie nur schwer wieder zurückholen. Die lebensfeindliche Gewaltverherrlichung durch diese Spiele darf in Zukunft nicht mehr möglich sein. Die Diskussion darüber muss aufhören, statt dessen müssen Nägel mit Köpfen her. Netzeitung: Wie sollten Verstöße denn geahndet werden?
Speck: Wir brauchen ein Strafmaß ähnlich dessen der Kinderpornografie, auf jeden Fall so hoch, dass keiner glauben kann, er werde sowieso nicht erwischt. Netzeitung: Ein Verbot kann doch nicht die einzige Lösung sein. Trifft nicht das Umfeld der Jugendlichen auch eine Mitschuld an dem von ihnen beschrieben Realitätsverlust?
Wir haben in Emsdetten erkannt, dass ein solcher Vorfall nicht verhinderbar ist, auch mit 100.000 Polizisten nicht. Man kann einen solchen Gewaltakt aber im Vorfeld verhindern, wenn man versucht, auf diese Jugendlichen einzugehen. Wolfgang Speck ist Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Mit ihm sprach Tilman Steffen