netzeitung.deLobbyverband fordert Rentenkürzungen

 Herausgeber: netzeitung.de

Lupe Lobbyverband fordert Rentenkürzungen

Wenn es nach dem Industrieverband VDMA geht, sollen Deutschlands Rentner künftig mit weniger Geld auskommen. Das fordern die Lobbyisten jedenfalls in einem Schreiben an Abgeordnete des Bundestags.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert in einem Brief an Abgeordnete des Bundestags die drastische Kürzung der Renten auf ein Grundniveau. Das Schreiben liegt der Netzeitung vor. Der VDMA fordert darin «den Rückbau der gesetzlichen Rente zu einer Grundsicherung». Der Staat müsse sich generell auf die «Abdeckung von Grundrisiken» beschränken, heißt es in dem Schreiben.

Ein VDMA-Sprecher teilte der Netzeitung mit: «Die Last aus der gesetzlichen Rente bleibt beherrschbar - allerdings um den Preis des Abschmelzens der gesetzliche Rente in Richtung Grundsicherung.» Es sei extrem wichtig, dass der Einzelne sich durch Vorsorge selbst eine tragfähige Basis für seine Alterseinkommen schaffe. Die Politik sei in der Pflicht, das dafür notwendige Bewusstsein zu fördern, meinte der Sprecher. «Die Riester-Rente ist ein richtiger Anfang, aber nicht mehr.»

Ferner spricht sich der Verband für eine «grundlegende Reform des Ökosteuerkonzepts» aus: Die Steuer solle künftig nicht mehr in die Rentenkasse fließen. Der VDMA fordert die Große Koalition «mit Nachdruck» auf, die günstige Wirtschaftslage für weitere, grundlegende Reformen zu nutzen.

FDP hält Rentenerhöhung in diesem Jahr für möglich
Die Rente könnte unterdessen nach Erwartung der FDP im Juli um gut ein Prozent steigen. Das wäre zwar deutlich weniger als die Preissteigerung, aber rund doppelt so viel wie 2007. «Auf der Basis der Lohnsteigerungen von 2007 und der wachsenden Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter ist etwas mehr drin als ein Prozentpunkt», zitierte die «Thüringer Allgemeine» am Dienstag den FDP-Rentenexperten Heinrich Kolb.

Offiziell verkündet wird der Umfang der Rentenanpassung erst im März. Sie richtet sich nach der Entwicklung der Löhne im Vorjahr und nach etlichen Sonderfaktoren. 2007 waren die Altersbezüge um 0,54 Prozent angehoben worden. In den Jahren 2004 bis 2006 gab es keine Rentenerhöhungen. Die Teuerungsrate lag 2007 bei 2,2 Prozent. (nz/AP)