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Ausrüstung der Afghanistan-Truppe kritisiert

30. Jan 2008 16:57
Ex-Generalinspekteur Harald Kujat fordert eine bessere Ausstattung
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Für eine wirksame Beobachtung der Taliban fehlt die Technik, klagen Bundeswehr-Vertreter. Es werde ein Digitalfunknetz, Distanzwaffen und Gefechtsfahrzeuge gebraucht. Die Regierung weist die Kritik zurück.

Die Expertenkritik an der Ausrüstung der deutschen Afghanistan-Truppe reißt nicht ab. Mit Blick auf die mögliche Entsendung eines Kampfverbandes der Bundeswehr sprachen der Bundeswehrverband und der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat am Mittwoch von gravierenden Mängeln. Das Bundesverteidigungsministerium wies die Kritik zurück und versicherte, dass eine eventuelle Schnelle Eingreiftruppe bestmöglich ausgestattet werde.

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  • Kujat sagte im Bonner «Generalanzeiger», er erwarte beim bevorstehenden NATO-Gipfel in Bukarest massiven Druck der Verbündeten auf Deutschland, «auf lange Sicht» auch eigene Truppen für den umkämpften Süden Afghanistans bereitzustellen. Selbst das Stellen der Schnellen Eingreiftruppe für die von den Deutschen geführte Nordregion werde die Forderungen der Verbündeten nicht neutralisieren: «Wir sind nicht Luxemburg oder Island,» sagte der Viersterngeneral a.D. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, der «Passauer Neuen Presse», die Eingreifkräfte «verfügten nicht über funktionierende Geräte, mit denen sie mit den Verbündeten in Afghanistan kommunizieren könnten».

    Digitalnetz statt «Dampftelefone»

    Neben Kommunikationsgerät fehlten Gefechtsfahrzeuge, die mit dem Hubschrauber CH53 transportiert werden könnten. Ähnlich äußerte sich Kujat in mehreren Interviews. Für die wirksame Beobachtung der Taliban bei Tag und Nacht ohne Zeitverzug fehle die Technik. Benötigt werde auch ein Digitalfunknetz, keine «Dampftelefone» wie vor 100 Jahren.

    Auch Distanzwaffen seien erforderlich, sagte der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hatte bei einem Besuch in Afghanistan am Dienstag zugesagt, die es werde sich um eine gut ausgerüstete und gut ausgebildete Truppe handeln, sollte die Bundesregierung sich für den Einsatz der schnellen Eingreiftruppe entscheiden.

    Regierung: Truppe soll bestmöglichst ausgerüstet werden

    Das Bundesverteidigungsministerium bekräftigte dies am Mittwoch noch einmal. Der stellvertretende Sprecher, Christian Dienst, sagte, sobald geklärt sei, dass der Einsatz Mitte des Jahres beginne, sei auch klar, dass die Bundeswehr bestmöglich ausgebildet und bestmöglich ausgerüstet sein werde. Er wies die Kritik des Bundeswehrverbandes und Kujats zurück. Die Bundeswehr prüfe, was die Schnelle Eingreiftruppe brauche und was sie habe und «wir ... ergänzen gegebenenfalls die Ausrüstung», sagte Dienst.

    Regierungssprecher Thomas Steg bekräftigte die Haltung der Bundesregierung, es gebe überhaupt keinen Zweifel daran, dass das bestehende Bundestagsmandat den Einsatz einer deutschen Schnellen Eingreiftruppe abdecke. Er schloss zudem einen Einsatz der Bundeswehr im gefährlicheren Süden des Landes aus: Es werde keinen Einsatz deutscher Soldaten außerhalb des Nordens geben.

    Karsai sieht Entsendung weiterer Truppen skeptisch

    Der afghanische Präsident Hamid Karsai stellte unterdessen die Entsendung weiterer ausländischer Truppen in sein Land grundsätzlich in Frage. In einem Interview der «Welt» sagte er am Mittwoch: «Mehr als alles andere brauchen wir Hilfe beim Aufbau unseres Humankapitals und unserer Institutionen», der Armee und ziviler Institutionen. Er empfahl die militärische Konzentration auf Lager der Taliban im Grenzgebiet zur Pakistan. (AP)

     
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