Bundestag für Eingreiftruppe in Afghanistan
24.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold sagte, bei einem Abzug des internationalen Militärs würde Afghanistan in einen «Steinzeit-Islamismus» zurückfallen. Kossendey hielt der Forderung der Linken nach dem sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan entgegen: «Das wäre grünes Licht für die Rückkehr des Terrors. Das kann nicht unser Wille sein.» Der CDU-Abgeordnete Bernd Schmidbauer sagte, die Entscheidung über die QRF werde am 6. oder 7. Februar vorliegen.
Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Oskar Lafontaine, sagte, das deutsche Engagement sei in der «Sackgasse». «Kehren Sie um», rief er der Bundesregierung zu. Mit der voraussichtlichen Bereitstellung der schnellen Eingreiftruppe werde Deutschland immer tiefer in den Krieg in Afghanistan verstrickt. «Wir halten das nicht für verantwortbar.» Die Bundesregierung erhöhe die Anschlaggefahr in Deutschland. «Es ist nicht die Aufgabe, den Terror ins eigene Land zu holen.» Sein Co-Chef Gregor Gysi sagte: «Wir sind in einer Spirale der Gewalt.» Den dabei entstehenden Hass von Afghanen, deren Angehörigen von internationalen Truppen getötet würden, mache sich Terroristenführer Osama bin Laden zu Nutzen. «Hass ist das Fundament für Selbstmordattentäter».
Winfried Nachtwei von den Grünen sagte, er sei zornig darüber, wie die Bundesregierung die Ergebnisse des Wiederaufbaus in Afghanistan beschönige. Zum Beispiel sei der dringend nötige Aufbau der Polizei bisher gescheitert. Das deutsche Afghanistan-Engagement müsse endlich von unabhängiger Stelle überprüft werden. (dpa)

