netzeitung.deKoch verlangt Entschuldigung von Struck

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Wahlkämpfer Roland Koch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wahlkämpfer Roland Koch
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Hessens CDU-Ministerpräsident Koch verlangt von SPD-Fraktionschef Struck eine Entschuldigung. Die Aussagen, der Überfall in München hätte ihn froh gestimmt, überböten noch die «Dreistigkeit Gerhard Schröders».

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat nun auch selbst eine Entschuldigung von SPD-Fraktionschef Peter Struck verlangt. Im Gespräch mit «Bild am Sonntag» zeigte sich der CDU-Politiker empört über die Äußerung Strucks, er glaube, «dass Koch ja eigentlich von Herzen froh war, dass dieser schreckliche Vorfall in München in der U-Bahn passiert ist». Bisher hatten nun andere Politiker der Union eine Entschuldigung von Struck gefordert. Das Ansinnen der Union hatte dieser mit den Worten «Die kann mich mal» abgebügelt.

Koch sagte der «Bild am Sonntag»: «Ich glaube, er täte sich einen Gefallen, wenn er sich entschuldigen würde», wie das Blatt vorab meldete: «Bisher dachte ich, die Dreistigkeit Gerhard Schröders, der mir Wahlkampfhetze vorgeworfen hat, wäre nicht zu überbieten. Aber nun fehlen mir fast die Worte».
Koch: Mein Wahlkampf ist nicht ausländerfeindlich
Zugleich wies Koch erneut die Kritik zurück, sein Wahlkampf sei ausländerfeindlich. «Ich empfinde es als meine Aufgabe, für die Opfer krimineller Gewalt zu sprechen und für viele, die sich bedrängt und bedroht fühlen», sagte er. Die türkischen Vertreter in Deutschland seien seiner Ansicht nach gut beraten, «keine türkische nationale Stimmung zu machen, sondern sich als Bürger wie du und ich um die Sicherheit in unserem Land kümmern. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe», wird Koch weiter zitiert.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende sagte weiter, er habe inzwischen rund 2500 Briefe, Mails und Faxe bekommen, in denen ihn nicht nur viele Deutsche bestärkten, sich nicht mundtot machen zu lassen. «Es sind auch eine ganze Reihe Briefe von Türken dabei, denen die Lösung dieses Problems genauso wichtig ist», sagte Koch. Im Übrigen treffe er sich regelmäßig mit türkischen Gruppierungen und Medien. «Aber ich bin nicht bereit, die Augen vor schwerwiegenden Problemen zu verschließen oder mir von türkischen Vertretern den Mund verbieten zu lassen», fuhr Koch fort.

Themen nicht der NPD überlassen
Auf die Frage, ob ihn der Beifall der NPD störe, antwortete der im Wahlkampf stehende hessische Ministerpräsident «Ich fände es schrecklich, wenn ein Problem, das nach allen Umfragen die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sieht, nicht von den demokratischen Parteien angepackt, sondern der NPD überlassen würde.» Man könne nicht «aus ideologischer Blindheit heraus die Augen vor den Tatsachen verschließen». Viele ältere Menschen trauten sich häufig nicht mehr in Busse und Bahnen, und viele junge würden aus derselben Furcht heraus von ihren Eltern aus der Disco abgeholt. (dpa/AP)