31. Dez 2007 14:11
Merkel verlangt mehr Schutz für Kinder: Wenn Eltern versagten, müsse sich der Staat einmischen. Zugleich lobte die Kanzlerin ihre Regierungsarbeit und warnte davor, sich jetzt auf den Erfolgen auszuruhen.
Außerdem hob Merkel die Familienpolitik der Großen Koalition hervor. Die Familien seien «dahin gerückt, wohin sie gehören: in den Mittelpunkt», sagte die CDU-Politikerin unter Verweis auf das Elterngeld und den beginnenden Ausbau der Kleinkinderbetreuung. Sie erneuerte im Zusammenhang mit den neuesten Fällen von Kindesverwahrlosung die Forderung nach der «Kultur des Hinsehens, nicht des Wegschauens». Die allermeisten Mütter und Väter kümmerten sich aufopferungsvoll um ihre Kinder, so Merkel. «Aber wahr ist auch: Jeder einzelne Fall von Kindesmisshandlung ist und bleibt einer zu viel.» Wo Eltern mit der Erziehung überfordert seien, müsse der Staat sich einmischen. «Dies wollen wir durch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und durch gestärkte Möglichkeiten der Familiengerichte erreichen, wenn es um Entscheidungen zum Sorgerecht geht.»
Das zunehmende Ansehen Deutschlands bringe größere Verantwortung mit sich. Diese nehme die Bundesregierung wahr, etwa bei der Entsendung deutscher Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfer oder beim Klimaschutz. Insgesamt sei das Land «auf gutem Weg, wieder das Land der Lebenschancen für jeden werden zu können», glaubt Merkel. (nz/AP)