netzeitung.deKrawalle nach linker Demo in Hamburg

 Herausgeber: netzeitung.de

Polizisten räumen die Reste einer Barrikade weg, die im Schanzenviertel brannte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizisten räumen die Reste einer Barrikade weg, die im Schanzenviertel brannte
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Samstagabend ist es in Hamburg zu Krawallen gekommen. Nach einer Demonstration gegen staatliche Überwachung und Ermittlungen in der linken Szene zum G8-Gipfel nahm die Polizei 64 Menschen in Gewahrsam.

Zwei Autos und zwei Müllcontainer brannten. Vereinzelt flogen Flaschen, Autoscheiben gingen zu Bruch. Die Beamten setzen daraufhin Schlagstöcke ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch mitten auf der gut besuchten Einkaufsmeile Mönckebergstraße gab es Auseinandersetzungen. Hier wie auch in anderen Stadtteilen waren zumeist kleine Gruppen mit wenigen dutzend Teilnehmern unterwegs. Die Polizei hatte mehr als 2000 Beamte im Einsatz.

Bis zum Nachmittag hatten rund 3000 Menschen zum größten Teil friedlich gegen staatliche Überwachung und Ermittlungen in der linken Szene demonstriert. Unter dem Motto «Weg mit dem § 129a! Einstellung aller Verfahren! Gegen Sicherheitswahn und Überwachungsstaat!» wandten sie sich vor allem gegen Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen im Vorfeld des G8-Gipfels im Juni.

Die Demonstranten wurden von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet, Wasserwerfer und Räumfahrzeuge standen bereit. Nach Angaben der Polizei kam es am Rande der Demo aber zunächst nur zu kleineren Auseinandersetzungen. Gegen 17 Uhr lösten die Veranstalter die Demo nach nur rund einem Drittel der geplanten Strecke am Millerntor auf. Sie warfen der Polizei vor, mit ihren Einsatzkräften immer wieder dazwischenzugehen und die Teilnehmer zu provozieren. Bis dahin gab es laut Polizei zwölf Festnahmen, unter anderem wegen Vermummung, Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung. Im Vorfeld der Demonstration war mit Ausschreitungen gerechnet worden. Die Route hatte zunächst mitten durch die Innenstadt gehen sollen. Dies war jedoch durch Auflagen der Polizei verboten worden. (AP)