netzeitung.deMarco W. ist zurück in Deutschland

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Marco W. im Juni 2007. Bei seiner Landung in Nürnberg wurde er vor Fotografen abgeschirmt (Foto: dpa/epa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Marco W. im Juni 2007. Bei seiner Landung in Nürnberg wurde er vor Fotografen abgeschirmt
Foto: dpa/epa
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Nach acht Monaten Untersuchungshaft in der Türkei landete der Schüler in der Nacht in Nürnberg. Sein jetziger Aufenthaltsort wird geheim gehalten. Er soll bei seiner Familie, aber nicht in seiner Heimatstadt Uelzen sein.

Nach der nächtlichen Ankunft des 17 Jahre alten Marco in Deutschland ist der Aufenthaltsort des Schülers aus Uelzen in Niedersachsen unklar. Der Jugendliche war nach 247 Tagen in türkischer Untersuchungshaft am frühen Samstagmorgen mit einem Privatjet auf dem Nürnberger Flughafen gelandet. Er verließ den Airport gemeinsam mit Begleitern in einer Limousine mit unbekanntem Ziel.

Bei der Polizei in Nürnberg war am Samstagmorgen über Marcos Aufenthaltsort ebenso nichts bekannt wie beim Flughafen. «Für uns ist die Sache mit dem Verlassen des Flughafens abgeschlossen», sagte ein Sprecher des Flughafens. Die Polizei war in die nächtliche Aktion nicht einbezogen. «Das ist eine Privatsache gewesen», sagte ein Polizeisprecher.

Am Freitag hatte ein Gericht im türkischen Antalya Marco nach gut achtmonatiger Untersuchungshaft ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Ihm wird vorgeworfen, während eines Osterurlaubs in der Türkei die 13 Jahre alte Britin Charlotte sexuell missbraucht zu haben, was er aber bestreitet. Der Prozess soll am 1. April in Antalya fortgesetzt werden.

Die zweistrahlige Privatmaschine mit Marco an Bord landete um 1.27 Uhr in Nürnberg. An Bord waren nach Angaben von Flughafensprecher Manitz insgesamt acht Personen. Aufgrund des Andrangs von Reportern und Fotografen auf einer nahe gelegenen Aussichtsterrasse weigerten sich die Passagiere zunächst, aus dem Flugzeug auszusteigen. Erst als die Maschine gewendet hatte und einige hundert Meter weiter gefahren war, stiegen die Insassen in die wartende Limousine mit Nürnberger Kennzeichen und ein Taxi um. Die Wagen fuhren durch einen abgelegenen Nebenausgang vom Flughafengelände.

Noch in Antalya hatte Marcos Anwalt mitgeteilt, dass der Jugendliche erst einmal nicht nach Uelzen zurückkehren werde. Sein größter Wunsch sei es, mit seiner Familie allein zu sein und sich eine Woche lang von seiner Mutter verwöhnen zu lassen, sagte Anwalt Michael Nagel. (dpa)