15. Dez 2007 10:33
Nach acht Monaten Untersuchungshaft in der Türkei landete der Schüler in der Nacht in Nürnberg. Sein jetziger Aufenthaltsort wird geheim gehalten. Er soll bei seiner Familie, aber nicht in seiner Heimatstadt Uelzen sein.
Bei der Polizei in Nürnberg war am Samstagmorgen über Marcos Aufenthaltsort ebenso nichts bekannt wie beim Flughafen. «Für uns ist die Sache mit dem Verlassen des Flughafens abgeschlossen», sagte ein Sprecher des Flughafens. Die Polizei war in die nächtliche Aktion nicht einbezogen. «Das ist eine Privatsache gewesen», sagte ein Polizeisprecher.Am Freitag hatte ein Gericht im türkischen Antalya Marco nach gut achtmonatiger Untersuchungshaft ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Ihm wird vorgeworfen, während eines Osterurlaubs in der Türkei die 13 Jahre alte Britin Charlotte sexuell missbraucht zu haben, was er aber bestreitet. Der Prozess soll am 1. April in Antalya fortgesetzt werden.
Die zweistrahlige Privatmaschine mit Marco an Bord landete um 1.27 Uhr in Nürnberg. An Bord waren nach Angaben von Flughafensprecher Manitz insgesamt acht Personen. Aufgrund des Andrangs von Reportern und Fotografen auf einer nahe gelegenen Aussichtsterrasse weigerten sich die Passagiere zunächst, aus dem Flugzeug auszusteigen. Erst als die Maschine gewendet hatte und einige hundert Meter weiter gefahren war, stiegen die Insassen in die wartende Limousine mit Nürnberger Kennzeichen und ein Taxi um. Die Wagen fuhren durch einen abgelegenen Nebenausgang vom Flughafengelände.
Noch in Antalya hatte Marcos Anwalt mitgeteilt, dass der Jugendliche erst einmal nicht nach Uelzen zurückkehren werde. Sein größter Wunsch sei es, mit seiner Familie allein zu sein und sich eine Woche lang von seiner Mutter verwöhnen zu lassen, sagte Anwalt Michael Nagel. (dpa)