SPD-Kritik an Juso-Chefin wegen «Roter Hilfe»
29.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die am vergangenen Wochenende zur neuen Vorsitzenden der SPD- Nachwuchsorganisation gewählte Berliner Juristin wies die Rücktrittsforderung zurück. Die Mehrheit der Jusos und sie selber seien der Auffassung, dass «die Mitgliedschaft und das Amt als Juso- Bundesvorsitzende nicht im Widerspruch zueinander stehen», teilte Drohsel mit. Das zeige auch ihr Wahlergebnis von 76 Prozent. Sie werde daher nicht aus der «Roten Hilfe» austreten. Die «Rote Hilfe» unterstützt linke Demonstranten, die bei Kundgebungen festgenommen werden. Sie ruft zudem zur Solidarität mit inhaftierten RAF-Terroristen auf. Von diesen Aufrufen distanzierte Drohsel sich und erklärte: «Keinesfalls trage ich sämtliche Positionen der Roten Hilfe.»
Haderthauer forderte SPD-Chef Kurt Beck zum Handeln auf. «Er muss entscheiden, ob Drohsel noch dem SPD-Vorstand angehören soll», sagte sie der «Süddeutschen Zeitung». Juso-Vorsitzende gehören automatisch dem SPD-Vorstand an. Wiefelspütz sagte der «SZ», Drohsel sei gut beraten, ihre Mitgliedschaft in der «Roten Hilfe» zu überdenken. Diese Organisation werde aus guten Gründen vom Verfassungsschutz beobachtet. Die CDU-Studentenorganisation RCDS bezeichnete Drohsel als «Terror-Sympathisantin» und verlangte, sie müsse ihr Amt aufgeben.(dpa)

