OECD lobt Deutschland für seine Kita-Pläne
29.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Für Dienstleistungen, etwa zur Kinderbetreuung, gibt Deutschland allerdings nur 0,77 Prozent des BIP aus, während es im OECD-Durchschnitt 0,9 Prozent sind. In den nordischen Ländern, Frankreich und den Niederlanden, die in ähnlichem Umfang wie Deutschland Familien unterstützen, werden für Dienstleistungen zwischen 40 und 60 Prozent des Gesamtbudgets der Familienförderung ausgegeben; in Deutschland sind es nur 25 Prozent.
Die geringen Aufwendungen schlagen sich auch im Angebot nieder: So stehen in Deutschland laut Ländervergleich nur für neun Prozent der Kleinkinder bis drei Jahre Betreuungsplätze zur Verfügung. Im OECD-Mittel sind es 23 Prozent. Das Problem hat die Bundesregierung bereits in Angriff genommen. Bis 2013 will sie die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder verdreifachen und danach einen Rechtsanspruch einführen. Die Zahlen der OECD zeigen, wie wichtig dies ist.
Das Thema sorgte sofort für politische Reaktionen. Die Linkspartei sieht sich in ihrer Kritik bestätigt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei in Deutschland katastrophal. «Niedrige Löhne, überlange oder ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und befristete Arbeitsverhältnisse machen Eltern den Alltag schwer», sagte Linksfraktionsvize Klaus Ernst.
OECD-Expertin Adema bescheinigt Deutschland allerdings, dass die Reformen wie das neue Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung in die richtige Richtung gehen. So schaffe die verkürzte Bezugsdauer des Elterngeldes nun mehr Anreize, dass Eltern früher wieder in den Beruf zurückkehrten. Damit werde auch verhindert, dass vor allem Frauen zu lange aus dem Job seien und später Einbußen hinnehmen müssten. Vergüte der Staat die Kinderpause zu lange, seien die Effekte oft desaströs. Sie zerstörten die Anreize zur Arbeitsaufnahme und schreckten Arbeitgeber davor ab, Frauen einzustellen. (nz/dpa)

