Köhler prangert Maßlosigkeit der Manager an
Es gebe in der Bevölkerung das nachvollziehbare Gefühl, dass etwas nicht stimme, wenn die Einkommen der einen stark stiegen, die der anderen dagegen eher stagnierten. Nötig sei eine Kultur der Mäßigung und des Vorbilds in den Führungsebenen der Unternehmen. Renditeziele allein machten noch keine gute Unternehmensführung.
«Sozialer Friede ist allemal ein wichtiger Standortvorteil Deutschlands», sagte Köhler. Um gegen die Einkommensunterschiede vorzugehen, sprach sich der Bundespräsident dafür aus, Arbeitnehmer an Ertrag und Kapital von Unternehmen zu beteiligen. Die internationale Finanzkrise und das verlorene Vertrauen machten es aber schwieriger, breite Bevölkerungsschichten an den Kapitalmarkt heranzuführen.
Köhler forderte von der Politik außerdem weitere Reformen und warnte vor einer Verteilungsdebatte. «Es macht mich fast schon zornig, wie beim Thema soziale Gerechtigkeit vor allem übers Geldverteilen geredet wird.» Zentrale Aufgabe in Deutschland bleibe es, Arbeit zu schaffen. «Glück lässt sich nicht als Sozialleistung organisieren.» (AP)

