10. Nov 2007 19:33
Einen regierungskritischen «Weckruf» der Wirtschaftsverbände in Richtung Öffentlichkeit hätte sich FDP-Chef Westerwelle gewünscht. Stattdessen jedoch seien die Verbände «verführt durch die Nähe zur Macht».
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat den deutschen Wirtschaftsverbänden mangelnde Kritik am Kurs der Bundesregierung vorgeworfen. Dem Berliner «Tagesspiegel am Sonntag» sagte er: «In der Woche zwischen den beiden Koalitionsrunden hätten sich die führenden Wirtschaftsverbände der Republik gemeinsam mit einem alarmierenden Weckruf an die Öffentlichkeit wenden müssen.» Stattdessen wirkten sie «wie unter Valium». Für Deutschland gehe es um «geschichtsträchtige Wochen», sagte Westerwelle mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen der großen Koalition in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Als Grund für die Zurückhaltung der Arbeitgeberverbände sowie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie vermutet Westerwelle «Verführung durch Nähe zur Macht».