Koalition will Bafög erhöhen
06.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Derzeit erhalten rund 500.000 Studenten und 320.000 Schüler - meist Teilnehmer von Kursen des zweiten Bildungsweges - die Ausbildungsförderung. Die Sätze für das Bafög waren seit 2002 nicht mehr erhöht worden. Zudem kommen durch die Erhöhung der Elternfreibeträge zukünftig mehr Studenten und Schüler in den Genuss der finanziellen Unterstützung.
Ein bedürftiger Student, der nicht mehr bei den Eltern lebt, kann derzeit monatlich bis zu 585 Euro einschließlich Wohngeld bekommen. Im Schnitt werden 376 Euro Bafög ausbezahlt. Die Schüler-Förderung ist etwas niedriger. Wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten hatten Experten die Erhöhung mehrfach als überfällig bezeichnet. Der Bafög-Beirat der Bundesregierung wollte die Verbesserung bereits für dieses Jahr.
Neben der Anhebung der Fördersätze sind laut Tauss weitere Verbesserungen gegenüber dem früheren Regierungsentwurf in der Koalition fest verabredet. So soll der geplante Kinderzuschlag für studentische Eltern mit der Zahl der zu Betreuenden steigen. Zudem habe die SPD die zunächst vorgesehene Einschränkung der elternunabhängigen Förderung für Kollegiaten und Berufsoberschüler verhindern können.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, die Studienanfängerquote liege in Deutschland mit rund 37 Prozent eines Jahrgangs deutlich unter dem Durchschnitt der anderen Industriestaaten. «Deshalb brauchen wir ein starkes Bafög und keine Studiengebühren wie in CDU-regierten Ländern.»
«Es ist gut, dass das Tauziehen um die längst überfällige Erhöhung endlich ein Ende hat», sagte DSW-Präsident Rolf Dobischat. Die jungen Menschen und ihre Eltern hätten jetzt Planungssicherheit. Gleichwohl würde bei einem Wirksamwerden der Erhöhung erst zum Herbst 2008 die Preis- und Einkommensentwicklung dieses Jahres schon wieder nicht berücksichtigt.
Der studentische Dachverband «fzs» forderte eine Regelung im Gesetz, nach der das Bafög künftig jährlich den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst wird. (nz/dpa)

