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Aus für die Hauptschule in Rheinland-Pfalz

30. Okt 2007 20:37
Hinter Gittern: Hauptschuleingang (in Berlin)
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Die Mainzer Landesregierung zieht nach: Ab 2014 sollen Schüler ihren Hauptschulabschluss an der Realschule machen. Im Saarland oder in Bremen gibt es schon lange keine Hauptschulen mehr.

Die rheinland-pfälzische SPD-Landesregierung wird die Hauptschulen bis 2013 abschaffen und durch erweiterte Realschulen ersetzen. Neben Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen soll es landesweit nur noch die «Realschule plus» geben. In dieser neuen Schulform sollen die Schüler sowohl den Hauptschulabschluss als auch die Mittlere Reife erwerben können.

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«Unser Ziel ist, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu guten und höheren Bildungsabschlüssen zu führen, um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken», sagte Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD). In der «Realschule plus» soll es eine Orientierungsstufe bis zur Klasse sieben geben, in der die Schüler zunächst gemeinsam lernen. Daran anschließend sei je nach Schule die Trennung der Bildungsgänge in einen Haupt- und einen Realschulzweig oder ein weiterer gemeinsamer Unterricht aller Schüler möglich.

Die Klassengröße werde in der Orientierungsstufe auf 25 Schüler begrenzt. Um die neue Form der Realschule weiter aufzuwerten, soll ihr nach Möglichkeit vor Ort eine Fachoberschule angegliedert werden, an welcher die Jugendlichen die Fachhochschulreife erwerben können. Dies sei ein wichtiges Signal an die Eltern, dass die «Realschule plus» hervorragende Perspektiven für ihre Kinder biete, sagte die Ministerin und kündigte eine baldige Novellierung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes an. Die Schulreform soll 2009 beginnen.

Interview:
Ab dem Schuljahr 2013/14 soll die neue Struktur verbindlich sein. Spätestens dann soll es in Rheinland-Pfalz keine eigenständigen Hauptschulen mehr geben. Als erstes Bundesland hatte in den 80er Jahren das Nachbarland Saarland die Hauptschule abgeschafft. Auch in Bremen und fast ganz Ostdeutschland gibt es sie nicht mehr. In anderen Bundesländern, so im unionsgeführten Hamburg und in Schleswig-Holstein, ist ihr Ende absehbar.

Die Mainzer Reform reagiere auf das veränderte Wahlverhalten der Eltern und greife die demographische Entwicklung auf, erklärte Ahnen. Sowohl der Bevölkerungsschwund in den ländlichen Gebieten als auch die schwindende Akzeptanz der Hauptschule in der Bevölkerung führen dazu, dass immer weniger Eltern ihre Kinder nach der Klasse vier an Hauptschulen anmelden.

Nicht weit gehend genug

Lehrerverbände reagierten kritisch. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, bezweifelte, dass sich mit der Abschaffung der Hauptschule die Probleme der die Hauptschüler mit ihren individuellen Bedürfnissen auf Förderung lösten. «Im Endeffekt werden die Verlierer die bisherigen Hauptschüler, aber auch die bisherigen Realschüler sein.»

Dagegen kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Reform als nicht weitgehend genug. Das Konzept der Landesregierung ändere nichts daran, dass Schülerinnen und Schüler viel zu früh auf unterschiedliche Schularten aufgeteilt würden. (AP)

 
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