netzeitung.de18 Polizisten bei Demonstration in Berlin verletzt

 Herausgeber: netzeitung.de

Polizei überprüft mehrere Personen nach Ausschreitungen bei einer Demonstration in Berlin-Kreuzberg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizei überprüft mehrere Personen nach Ausschreitungen bei einer Demonstration in Berlin-Kreuzberg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Konflikt zwischen Kurden und Türken im Nordirak hat die deutsche Hauptstadt erreicht. Bei einer Demonstration in Kreuzberg kam es Sonntagabend zu Ausschreitungen.

Nach den Ausschreitungen zwischen Türken und Kurden am Sonntag in Berlin-Kreuzberg hat der Verfassungsschutz vor weiteren Vorfällen dieser Art gewarnt. Es sei damit zu rechnen, dass es weiterhin zu emotionalen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken kommen werde, sagte Berlins Verfassungsschutz- Präsidentin Claudia Schmid am Montag im RBB- Inforadio. Der Konflikt zwischen Türken und Kurden im Grenzgebiet zum Irak sei auf Berlin übergeschwappt.

Bei den Ausschreitungen waren am Sonntag 18 Polizisten verletzt worden. Festgenommen wurden nach Angaben der Polizei 15 Demonstranten, acht von ihnen blieben vorläufig in Polizeigewahrsam. Nach einer angemeldeten Kundgebung am Hermannplatz zur «Einigkeit und Brüderlichkeit zwischen Türken und Kurden» hatte es am Nachmittag zwei unangemeldete Demonstrationszüge gegeben. Während der eine Protestmarsch Richtung Hasenheide nahe der Graefestraße gestoppt wurde, war die Situation am Kottbuser Tor eskaliert.

Nach Angaben Schmids gibt es neben rechtsgerichteten türkischen Anhängern der «Grauen Wölfe» in Berlin Einzeltäter, die der verbotenen kurdischen PKK nahestehen. Bereits im Frühjahr 2006 habe es Anschläge auf türkische Gaststätten gegeben. Der Verfassungsschutz beobachte die etwa 300 Mitglieder der «Grauen Wölfe» und die etwa 1000 Sympathisanten der PKK in Berlin genau, sagte Schmid. Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte unterdessen, wer Polizisten verletze, müsse «die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen».

Derweil verstärkt das türkische Militär im Grenzgebiet zum Irak seine Stellungen. Regionalen Medienberichten zufolge hat die türkische Regierung etwa 100.000 bis 150.000 Soldaten zusammengezogen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte am Sonntag trotz aller Appelle zur Zurückhaltung, seine Entschlossenheit die kurdischen Rebellen militärisch zu bekämpfen. (dpa/nz)