Bischof macht Front gegen Aufklärungsmusical
24.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Am Mittwoch wurde das Musical «Nase, Bauch und Po» in Künzell bei Fulda vor rund 550 Kindern aufgeführt. Der für Sexualaufklärung zuständige Mitarbeiter der Bundeszentrale, Eckhard Schroll, sagte, mehrere katholische Kindertagesstätten hätten den Besuch des Musicals nach den Äußerungen des Bischofs abgesagt. Rund 20 Prozent der ursprünglich angemeldeten Kinder seien der Veranstaltung ferngeblieben.
Die Bundeszentrale wies die Vorwürfe zurück. Es gehe in «Nase, Bauch und Po» nicht um rein körperlichen Sex, sagte Schroll. In der Mehrzahl der Fälle gingen die Vorwürfe an der Realität des Stückes vorbei. Die Kritik des Bischofs nannte Schroll «einmalig und erstmalig». Das Stück sei seit vier Jahren in Deutschland auf Tour. Bislang habe es gegen Aufführungen auch vor Kindern aus katholischen oder evangelischen Kindertagesstätten keine Proteste gegeben. Die Aufführung in Osthessen war auf Einladung der Gemeinde Künzell und des katholischen Vereins «Donum Vitae» zustande gekommen.
Die hessischen Grünen griffen den Fuldaer Bischof wegen dessen Kritik an. «Monsignore Algermissen ist offensichtlich noch nicht in der Gegenwart angekommen», sagte die Landesvorsitzende Kordula Schulz-Asche. Die Bundeszentrale habe mit «Nase, Bauch und Po» ein Märchen entwickelt, das auf die kindliche Neugier beim Tabuthema Sexualität eingehe. Begleitmedien unterstützten Erzieherinnen und Eltern: «Ein Boykottaufruf ist daher völlig unverständlich.» (AP)

