20.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Hanns Martin Schleyer während seiner Entführung
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dem früheren RAF-Terroristen Wagner droht ein neues Verfahren: Wegen seiner Äußerung, die Schleyer-Entführung bleibe «aus heutiger Sicht richtig», gingen mehrere Strafanzeigen ein.
Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen RAF-Terroristen Rolf Clemens Wagner. Er hatte in der Zeitung «Junge Welt» die Entführung des später ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer 1977 «aus heutiger Sicht» als richtig bezeichnet.
Da nun Anzeigen von Privatpersonen eingegangen seien, sei am Freitag ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin am Samstag. Sie bestätigte damit einen Bericht des Magazins «Focus». Gegen Wagner bestehe der Verdacht der Billigung von Straftaten.
Ob der Verdacht zutrifft und ob möglicherweise noch weitere Straftaten vorliegen, werde nun geprüft. Wagners Äußerung hatte über alle Parteigrenzen hinweg Empörung ausgelöst. Der heute 63-Jährige war wegen Beteiligung an der Ermordung Schleyers zu lebenslanger Haft verurteilt und 2003 nach 24 Jahren vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau begnadigt worden. (dpa)