netzeitung.deRüttgers beantwortete abgesprochene Fragen

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Nutzt Jürgen Rüttgers 'Kinderscharen zum Fähnchenschwenken'? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nutzt Jürgen Rüttgers 'Kinderscharen zum Fähnchenschwenken'?
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Der «Moderator» war der neunjährige Sohn des Pressesprechers, der ein Taschengeld erhielt: NRW-Ministerpräsident Rüttgers war es offenbar zu riskant, sich ohne «Vorbesprechung» den Fragen von Kindern zu stellen.

Das nordrhein-westfälische Schulministerium hat eingeräumt, dass Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) beim Kinderforum der Landesregierung abgesprochene Fragen gestellt wurden. Es habe im Vorfeld der Veranstaltung eine «Vorbesprechung» mit dem «Kindermoderator» gegeben, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Düsseldorf. Bei dem Moderator habe es sich um den neunjährigen Sohn des Chef-Pressesprechers von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) gehandelt. Der Junge habe dafür ein «Taschengeld» bekommen.

Am Kinderforum «Rückenwind für jedes Kind» hatten am 11. September in Düsseldorf rund 500 Kinder und Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Rüttgers beantwortete bei einem Interview mit dem «Kindermoderator» Fragen zur Politik der Landesregierung. Der Junge wurde bei der Vorbesprechung von mehreren Ministeriumsvertretern und Mitarbeitern der Staatskanzlei auf das Gespräch vorbereitet.
Gekaufter Fake?
Laut einem WDR-Hörfunkbericht fragte der «Kindermoderator» den Regierungschef unter anderem, ob er in NRW «denn auch für uns Kinder da ist?» Rüttgers habe die Frage positiv beantwortet.

Die Grünen kritisierten die «Inszenierung» von Rüttgers. Der Regierungschef habe bei dem Forum «Kinderscharen zum Fähnchenschwenken» bestellt und Kinder als «Cheerleader» eingesetzt, kritisierte Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann. Sie sprach von einem «gekauften Fake» und einer «bedenklichen Entwicklung der Sitten innerhalb der politischen Kultur unseres Landes». (ddp)