Die jungen Männer sollen einheitlich drei Monate Grundausbildung sowie sechs Monate «Praxiszeit» leisten, letztere aufteilbar auf Übungen und Wochenenddienste, erläuterte CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn, Mitautor des Konzeptes, im «Focus». Die Grünen sahen in dem Vorschlag einen Verstoß gegen das Zwangsarbeitsverbot. «Wenn die Wehrpflicht nicht mehr gerecht vollzogen werden kann, ist der Vollzug aus Gründen der Wehrgerechtigkeit auszusetzen», forderte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck am Wochenende. «Konzepte wie der CSU-Vorschlag tragen verfassungsrechtlich nicht und widersprechen dem Völkerrecht.» Ein Aussetzen oder Abschaffen der Wehrpflicht würde in einer Berufsarmee münden. Fachleute fürchten jedoch nicht erst seit den Bundeswehr-Skandalen um gequälte Rekruten oder respektlose Fotos, dass sich die dann geringere Verankerung der Truppe in der Gesellschaft negativ auswirkt.