24.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Gabriele Pauli
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Die Wahl des neuen CSU-Chefs könnte zu einem heftigen Schlagabtausch werden - zwischen Bewerberin Pauli und CSU-Delegierten. Bayerns designierter Regierungschef Beckstein rief daher alle zu Disziplin auf.
Der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat sich besorgt über mögliche «unangemessene» Szenen auf dem CSU-Parteitag Ende dieser Woche geäußert. Die Vorschläge der Fürther Landrätin Gabriele Pauli für eine befristete Ehe seien «geeignet, manchen zu provozieren», sagte Beckstein am Montag vor Beginn einer CSU-Vorstandssitzung in München. Und wenn jemand provoziert werde, reagiere er «manchmal in entsprechender Weise». Beckstein mahnte deshalb: «Wir müssen uns alle disziplinieren.»
Die CSU soll auf einem Parteitag am Wochenende in München einen neuen Vorsitzenden wählen. Um das Amt bewerben sich neben CSU-Vize Horst Seehofer auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber und die Fürther Landrätin Pauli.
Zu der Vorstandssitzung am Montag kamen neben Pauli auch die beiden anderen Kandidaten. Pauli wollte sich nicht festlegen, ob sie ihren umstrittenen Ehe-Vorstoß vor den Delegierten wiederholen wird. Sie werde erst am Redepult entscheiden, was sie genau sagen werde.
Seehofer lobt «fairen Wettbewerb»Huber ist der derzeit aussichtsreichste Kandidat. Er äußerte sich zuversichtlich über seine Siegeschancen. Er erwarte auf dem Parteitag eine «klare Entscheidung». Seehofer hält dagegen das Rennen noch nicht für gelaufen, betonte aber, auch eine mögliche Niederlage «verkraften» zu können. Seehofer lobte wenige Tage vor dem entscheidenden CSU-Parteitag den «fairen Wettbewerb» um den Parteivorsitz. «Ich bin zufrieden, wie das in den letzten Monaten gelaufen ist», sagte Seehofer im ZDF-«Morgenmagazin». «Wir haben einen fairen Wettbewerb geführt, das gleiche werden wir auf dem Parteitag tun.»
CSU auch mit «Reservemannschaft in der Bundesliga»Seehofer sagte, er woll auch im Fall einer Niederlage Parteivize und Regierungsmitglied bleiben. Falls er bei der Wahl des Parteichefs unterliege, «dann bin ich wieder dabei, als Stellvertreter und als Bundesminister», sagte Seehofer. Die Feststellung von Altkanzler Gerhard Schröder, nach CSU-Chef Edmund Stoiber komme in Bayern «bestenfalls Kreisklasse», wies Seehofer zurück. «Ich habe sehr darüber gelacht», sagte er. «Ich kann ihn beruhigen, wir stehen auch mit der Reservemannschaft in der Bundesliga.»
Bei ihrer Vorstandssitzung wollte die CSU die letzten Weichen für ihren Parteitag am kommenden Wochenende stellen. Die Sitzung wird zum letzten Mal von CSU-Chef und Ministerpräsident Edmund Stoiber geleitet, für den am Samstag ein Nachfolger gewählt werden soll. Neuer Regierungschef soll Innenminister Günther Beckstein werden.
Spekulationen um Zukunft SödersSpekuliert wird vor diesem Hintergrund auch über die politische Zukunft von CSU-Generalsekretär Markus Söder. Laut einem Zeitungsbericht soll er doch nicht bayerischer Umweltminister werden, der designierte Regierungschef Beckstein wolle Söder zum Leiter der Staatskanzlei ernennen, berichtet die «Bild». Beckstein brauche einen guten Organisator, der die Staatskanzlei und ihre mitunter eigenmächtigen Beamten im Griff habe.
Söder galt bisher als Favorit für die Nachfolge von Umweltminister Werner Schnappauf, der zum Industrieverband BDI wechselt. Nach den Schlagzeilen um Gammelfleisch und Vogelgrippe wolle Beckstein aber eher einen bedächtigen Umweltminister, so die Zeitung. Gute Chancen auf die Schnappauf-Nachfolge habe dessen bisheriger Staatssekretär Otmar Bernhard, der auch Chef der Münchner CSU ist. (nz/ddp/dpa/AP)