Meisner fürchtet «entartete» Kultur
Das Wort «entartete Kunst» stehe für eines der schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte und einen katastrophalen Umgang mit Kunst und Kultur, sagte Grosse-Brockhoff weiter. Bereits Meisners Äußerungen zum neuen, von Gerhard Richter entworfenen Fenster im Kölner Dom hätten «bewiesen, dass es wenig Sinn macht, mit ihm über Kunst zu diskutieren. Und das sage ich nicht nur als Kulturstaatssekretär, sondern auch als Katholik».
Meisner verteidigte nach der Predigt seine Wortwahl. Es habe mit der Aussage lediglich deutlich machen wollen: «Wenn man Kunst und Kultur auseinander bringt, dann leidet beides Schaden. Das war die schlichte Aussage dieser Passage», sagte der Erzbischof im Domradio.
In seiner Predigt hatte Meisner zudem die Bilder von Christus, Maria und den Heiligen als «die schönsten Menschenbilder Europas» bezeichnet. Hier leuchte etwas von dem innersten Wesen des Menschen auf, betonte der Kardinal: «Der Mensch ist nie nur profan, er ist auch immer sakral. Deshalb gehört es zur Sachlichkeit des Künstlers, diese Menschenwirklichkeit in ihrer ganzen Breite und Tiefe zur Kenntnis zu nehmen». Wo dies vergessen werde, werde man dem Menschen nie gerecht.
Meisner bezeichnete Kolumba als ein «Sakralbau in den Dimensionen eines Museums». Der auf den Ruinen einer alten Pfarrkirche errichtete Bau sei «eine neue Möglichkeit, Menschen mit der Wirklichkeit Gottes in Berührung kommen zu lassen.»
Das neue Museum ist ab Samstag für die Öffentlichkeit zugänglich. Es wird täglich außer dienstags von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet sein. Anlässlich der Einweihung gelten am Wochenende verlängerte Öffnungszeiten von 12.00 bis 19.00 Uhr. (ddp)

