Millionen für deutsche Stammzellforscher
10.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Deutsche Forscher dürfen im Gegensatz zu vielen ausländischen Kollegen nur mit embryonalen Stammzellen arbeiten, die vor Ende 2001 entstanden. Zun sie es doch, etwa im Ausland, droht ihnen Strafe. Einheimische Forscher befürchten seit Jahren, international abgehängt zu werden, wenn sie nicht uneingeschränkt an embryonalen Stammzellen forschen dürfen.
Schavan unterstrich, Deutschland solle weiter bei der adulten Stammzellforschung in der Spitzengruppe bleiben. Mit dem Förderprogramm werde sie die Isolierung von adulten Stammzellen, die Erweiterung ihres Potenzials und die Entwicklung neuer Verfahren zu ihrer Gewinnung unterstützen.
Forschungsexperten wie die Linkspartei-Forschungspolitikerin Petra Sitte wandten ein, Schavan dürfe die Forschungen an den beiden Zelltypen nicht gegeneinander ausspielen. Nur wenn die Forscher auch weiter an embryonalen Zellen arbeiten dürften, sei ein Vergleich der Eigenschaften wirklich möglich. Sitte plädierte auch dafür, die Kooperation deutscher Forscher mit ihren ausländischen Kollegen rechtssicher zu gestalten, also ihnen Klarheit zu verschaffen, was drohende Strafen betrifft.
Röspel und der SPD-Forschungsexperte Jörg Tauss begrüßten Schavans Förderinitiative. Mit adulten Stammzellen könne die Wissenschaft seit Jahren klinische und therapeutische Erfolge vorweisen, während mit embryonalen Stammzellen bisher nur der reinen Grundlagenforschung dienten. Im Idealfall könne es Forschern gelingen, adulte Stammzellen so umzuprogrammieren, dass sie ähnliche Eigenschaften wie embryonale Zellen besitzen, so die SPD-Politiker. (nz/epd)

