30.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Youtube-Startseite
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nachdem die Videoplattform Youtube rechtsextreme Videos trotz Hinweisen nicht entfernte, kommt Druck auch aus der Politik. Youtube-Besitzer Google will nun Ordnung schaffen.
Die Videoplattform Youtube will alle Filme mit rechtsextremen Inhalten so schnell wie möglich aus ihrem Angebot löschen. «Es ist selbstverständlich, dass Youtube selbst größtes Interesse hat, illegale, volksverhetzende Videos von der Plattform zu entfernen», sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck stern.de. Youtube gehört zum Google-Konzern.
Auf die Video-Plattform kannn jedermann Filme hochladen, andere Nutzer können sie jederzeit ansehen. Die große Zahl rechtsradikaler Videos auf der US-Videoplattform hatte massive Proteste ausgelöst. Der Zentralrat der Juden in Deutschland drohte Anfang dieser Woche mit einer Klage wegen Volksverhetzung. Oberbeck sagte, dass Youtube bei der Verfolgung der Urheber mit «staatlichen Ermittlungsbehörden wie zum Beispiel der Polizei» zusammenarbeiten werde.
Druck kam auch aus der Politik. Der FDP-Kulturpolitiker Hans-Joachim Otto sagte dem Tagesspiegel, wenn das Unternehmen nicht schnell reagiere, werde er das Thema im Bundestag aufzugreifen. Auch die CSU-Politikerin Dorothea Bär will die rechten Videos im Unterausschuss Neue Medien behandeln. Weil die Mahnungen des Jugendschutzes an Youtube bisher nicht genutzt hätten, drohte sie mit eiern «empfindlichen Geldstrafe». Die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar wünscht sich eine internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der verhetzenden Videos.
Nicht perfektDie Internet-Kontrollbehörde der Länder, Jugendschutz.net, müht sich bereits in einem internationalen Netzwerk um den Kampf gegen extremistische Inhalte im Web. Mit den Partnerorganisationen aus mehr als ein Dutzend Staaten tauscht sich die Kontrollstelle aus und gibt Hinweise auf brisante Fundstellen. Das Problem: Bestrafen kann man von Deutschland aus nur Inhalteanbieter, die auch in Deutschland angesiedelt sind oder ihre Internetserver in Deutschland haben. Oft weichen die Anbieter schnell auf andere Standorte aus.
Künftig will Youtube laut Oberbeck strenger kontrollieren, welche Inhalte von Nutzern hochgeladen werden: «Kein System ist perfekt, und wir müssen hart daran arbeiten, es noch engmaschiger zu gestalten», sagte Oberbeck. «Die Beschwerde-Systeme zum Aufdecken solcher Rechtsbrüche müssen zusammen mit den Nutzern weiter verbessert werden.» (nz/dpa/AP)