netzeitung.deOstdeutsche Kinder sind häufiger Passivraucher

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Zigarettenqualm schadet Kindern (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zigarettenqualm schadet Kindern
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Etwa die Hälfte der Deutschen Kinder sind Passivraucher. Vor allem in den neuen Bundesländern hat sich die Situation der Kinder verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesumweltamtes.

Das Krebsrisiko für Kinder wird Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge durch Passivrauchen in Innenräumen deutlich erhöht. Im Falle des krebserzeugenden Stoffs Benzol seien bei den Tests Konzentrationen überschritten worden, die die EU- Kommission für gesundheitlich bedenklich halte, teilte das Umweltbundesamt am Dienstag in seinem Jahresbericht 2006 mit.

Bisher sei nur bekannt gewesen, dass Passivrauchen zu einer erhöhten Zahl von Mittelohr-Entzündungen und häufigeren Infektionen bei den Kindern führe. Der Präsident des Amtes Andreas Troge forderte die Eltern auf, weniger zu rauchen, und kündigte eine Fortsetzung der Anti-Rauch-Kampagne an. Die Erhebung bei knapp 1800 Kindern in Alter von drei bis 14 Jahren sei repräsentativ.

Mütter rauchen immer mehr
Etwa die Hälfte der Kinder sei zu Hause dem Tabakrauch ausgesetzt, steht in dem Bericht. «Während die Höhe der Belastung seit 1990/92 in den alten Ländern annähernd gleich geblieben ist, hat sich die Situation der Kinder in den neuen Ländern sogar noch verschlechtert, da die Mütter immer mehr rauchen, was zu einer noch höheren Belastung der Kinder führt.»

Auch die soziale Schichtung spielt eine Rolle: «Während Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus eine höhere Belastung durch das Passivrauchen (...) aufweisen», seien Kinder aus Familien mit höherem Sozialstatus stärker mit Pestiziden wie DDT belastet, die über fettreiche Nahrung wie Wurst oder Lachs aufgenommen werde. Auch das Stillen von Babys ist nicht schadstofffrei, sollte laut UBA aber wegen ihrer so größeren Widerstandsfähigkeit beibehalten werden.

Soziale Unterschiede entscheidend
Sozialunterschiede spielen nach Ermittlungen des Umweltbundesamtes auch bei Belastungen durch Straßenlärm und Schadstoffen in der Luft eine Rolle. Ärmere seien davon eher betroffen als einkommensstärkere Gruppen, sagte Troge. Menschen mit geringen Einkünften lebten häufiger in kostengünstigeren, aber unattraktiveren Wohngegenden - zum Beispiel an stark befahrenen Durchgangsstraßen. «Etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung wohnt an zu lauten Straßen», so das Amt. Gabriel forderte die Kommunen auf, Antilärm-Politik nicht nur für Reiche, sondern auch für weniger Betuchte zu machen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) betonte die Bedeutung der UBA-Untersuchungen für den Gesundheitsschutz, die Notwendigkeit des Erhalts der Tier- und Pflanzen-Vielfalt sowie des effektiven Einsatzes von Energie und Material in Unternehmen. Sollte die Industrie nicht zum freiwilligen Energieeinspar-Management bereit sein, strebe er doch noch den Abbau der Vorteile energieintensiver Unternehmen bei der Ökosteuer an. Das hatte Gabriel beim Klimapaket im Kabinett nicht durchsetzen können. Material- und Energiekosten könnten laut einer Studie binnen zehn Jahren um 20 Prozent gesenkt werden. «Das könnte bis zu 760 000 Arbeitsplätze schaffen.» (dpa)