netzeitung.deSaudis sollen Transplantationen gekauft haben

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Floss in Kiel Geld für Organverpflanzungen? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Floss in Kiel Geld für Organverpflanzungen?
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Die Kieler Uniklinik hat sich nichts vorzuwerfen. Die Staatsanwaltschaft prüft allerdings, ob bei der Einpflanzung mehrerer gespendeter Leber in Patienten aus Saudi-Arabien alles mit rechten Dingen zuging.

Lebertransplantationen an der Uniklinik Kiel an Bürgern aus Saudi-Arabien sorgen für Aufregung. Die Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben eines Sprechers, ob ein Verstoß gegen das Transplantationsgesetz vorliegt. Dagegen erklärte die Universität am Freitag, die Organübertragungen seien nach Recht und Gesetz abgewickelt worden.

Vorher hatte das ARD-Magazin «Monitor» berichtet, es gehe auch um den Verdacht der Bestechung. Demnach sollen einige saudi-arabische Privatpatienten Organe erhalten haben, die laut «Monitor» nach den Bestimmungen des europäischen Transplantationsverbundes Eurotransplant nur in Ausnahmefällen für Wartelisten-Patienten von außerhalb Europas vorgesehen seien. «Wir weisen diese Vorwürfe entscheiden zurück», erklärt daraufhin die Sprecherin des Klinikums, Anja Aldenhoff-Zöllner.

Doch ein Fremdorgan erhalten
Im Einzelnen geht es darum, dass die Saudis ursprünglich für so genannte Lebendspenden mit Verwandten vorgesehen waren, also Teile der Leber eines anderen Menschen erhalten sollten. Dann haben diese Patienten aber ein Fremdorgan eines hirntoten Spenders über Eurotransplant erhalten. Laut Uniklinik war dieses Vorgehen völlig in Übereinstimmung mit den Regeln von Eurotransplant, wonach eine Totspende immer einer Lebendspende vorzuziehen sei.

Der Fall war laut «Monitor» und Staatsanwaltschaft bereits im Juni in einer anonymen E-Mail bekannt geworden. Die Klinik hat nach eigenen Angaben daraufhin einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der «keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ergeben hat», wie Aldenhoff-Zöllner sagte. Die Klinik habe sich exakt an die Vorgaben des Transplantationsgesetzes und die Richtlinien der Bundesärztekammer gehalten, beteuerte sie. Im Juli habe das Klinikum deshalb Strafanzeige wegen Verleumdung und Ehrverletzung erstattet.

An der Kieler Uniklinik wurden in den vergangenen 20 Jahren 286 Lebertransplantationen durchgeführt. Allein im Jahr 2006 waren es 30. Das Haus ist mit rund 2400 Betten und etwa 10.000 Mitarbeitern eine der drei größten Universitätskliniken in Deutschland. Es ist das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Schleswig-Holstein und gewährleistet an 51 Kliniken und 26 Instituten mit den medizinischen Fakultäten in Kiel und Lübeck die universitäre medizinische Forschung und Lehre im Lande. (AP)