Im Einzelnen geht es darum, dass die Saudis ursprünglich für so genannte Lebendspenden mit Verwandten vorgesehen waren, also Teile der Leber eines anderen Menschen erhalten sollten. Dann haben diese Patienten aber ein Fremdorgan eines hirntoten Spenders über Eurotransplant erhalten. Laut Uniklinik war dieses Vorgehen völlig in Übereinstimmung mit den Regeln von Eurotransplant, wonach eine Totspende immer einer Lebendspende vorzuziehen sei.Der Fall war laut «Monitor» und Staatsanwaltschaft bereits im Juni in einer anonymen E-Mail bekannt geworden. Die Klinik hat nach eigenen Angaben daraufhin einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der «keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ergeben hat», wie Aldenhoff-Zöllner sagte. Die Klinik habe sich exakt an die Vorgaben des Transplantationsgesetzes und die Richtlinien der Bundesärztekammer gehalten, beteuerte sie. Im Juli habe das Klinikum deshalb Strafanzeige wegen Verleumdung und Ehrverletzung erstattet.
An der Kieler Uniklinik wurden in den vergangenen 20 Jahren 286 Lebertransplantationen durchgeführt. Allein im Jahr 2006 waren es 30. Das Haus ist mit rund 2400 Betten und etwa 10.000 Mitarbeitern eine der drei größten Universitätskliniken in Deutschland. Es ist das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Schleswig-Holstein und gewährleistet an 51 Kliniken und 26 Instituten mit den medizinischen Fakultäten in Kiel und Lübeck die universitäre medizinische Forschung und Lehre im Lande. (AP)