Saudis sollen Transplantationen gekauft haben
24.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Vorher hatte das ARD-Magazin «Monitor» berichtet, es gehe auch um den Verdacht der Bestechung. Demnach sollen einige saudi-arabische Privatpatienten Organe erhalten haben, die laut «Monitor» nach den Bestimmungen des europäischen Transplantationsverbundes Eurotransplant nur in Ausnahmefällen für Wartelisten-Patienten von außerhalb Europas vorgesehen seien. «Wir weisen diese Vorwürfe entscheiden zurück», erklärt daraufhin die Sprecherin des Klinikums, Anja Aldenhoff-Zöllner.
Der Fall war laut «Monitor» und Staatsanwaltschaft bereits im Juni in einer anonymen E-Mail bekannt geworden. Die Klinik hat nach eigenen Angaben daraufhin einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der «keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ergeben hat», wie Aldenhoff-Zöllner sagte. Die Klinik habe sich exakt an die Vorgaben des Transplantationsgesetzes und die Richtlinien der Bundesärztekammer gehalten, beteuerte sie. Im Juli habe das Klinikum deshalb Strafanzeige wegen Verleumdung und Ehrverletzung erstattet.
An der Kieler Uniklinik wurden in den vergangenen 20 Jahren 286 Lebertransplantationen durchgeführt. Allein im Jahr 2006 waren es 30. Das Haus ist mit rund 2400 Betten und etwa 10.000 Mitarbeitern eine der drei größten Universitätskliniken in Deutschland. Es ist das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in Schleswig-Holstein und gewährleistet an 51 Kliniken und 26 Instituten mit den medizinischen Fakultäten in Kiel und Lübeck die universitäre medizinische Forschung und Lehre im Lande. (AP)

