NPD darf in Jena zum Heß-Todestag marschieren
Auch in anderen Städten wurden entsprechende Neonazi-Kundgebungen verboten, etwa in München. In der bayerischen Landeshauptstadt waren für Freitag zwei Veranstaltung der Rechtsextremen geplant, darunter eine Kundgebung auf dem Marienplatz mitten in der Innenstadt. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat begründete die Entscheidung damit, dass es sich um Ersatzveranstaltungen zu dem verbotenen Neonazi-Aufmarsch im oberfränkischen Wunsiedel handele.
Heß nahm sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau das Leben und wurde im fränkischen Wunsiedel beerdigt. In der rechten Szene gilt Heß als Märtyrer. Auch in diesem Jahr bleibt die Kundgebung dort verboten. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Montag den Eilantrag des NPD-Mitglieds und Rechtsanwalts Jürgen Rieger abgelehnt. Zwischen 2001 und 2004 waren die Kundgebungen in Wunsiedel erlaubt, bei denen Tausende von Neonazis aufmarschierten. Seit 2005 wurden die Gedenkveranstaltungen wegen verschärfter Gesetze verboten.
Mehrere Beschuldigte sind laut Polizei zudem Mitglied der NPD-Jugendorganisation. Gegen alle sechs wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. In München nahm die Polizei außerdem fünf betrunkene Rechtsextremisten fest, die auf drei Touristen aus Katar eintraten. (AP)
