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Berlin geht mit Mozart gegen Dealer vor

03. Aug 2007 16:01
Hier sollen die Berliner künftig klassischer Musik lauschen können.(Foto: dpa)
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Hamburg und München haben es vorgemacht. Jetzt zieht Berlin nach und will auch hier die U-Bahnhöfe mit klassischer Musik beschallen. «Gedudel auf hohem Niveau» soll Sicherheit schaffen und Unerwünschte fernhalten.

Bereits 1998 wurde in Hamburg die Beschallung der Bahnhöfe mit klassischer Musik erprobt. Das Experiment gelang, Klassik dudelte daraufhin auch in anderen Städten, etwa in München. Eine 2003 vorgenommene Befragung ergab, dass der überwiegende Teil der Fahrgäste zufrieden mit dem musikalisch begleiteten Aufenthalt auf den U-Bahnhöfen war. Zudem zeigte sich, dass klassische Musik das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht und ungebetene Gäste, wie zum Beispiel Drogendealer, aus den Bahnhöfen fernhält. Nur wenige Menschen fühlten sich durch die dezente Dauerbeschallung gestört.

Klassische Musik soll Obdachlose nerven

Jetzt ziehen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nach, wo die Polizei im vergangenen Jahr im gesamten Nahverkehr rund 22.400 Straftaten registrierte. Auch in der Bundeshauptstadt soll künftig in Bahnhöfen klassische Musik erklingen - nicht nur von den Straßenmusikern, die sich regelmäßig an publikumsträchtigen Orten postieren. Mit der Konserven-Unterhaltung will die BVG vor allem Obdachlose und Drogenhändler aus ihren Bahnhöfen vertreiben und anderen unerwünschten Personen unliebsam auf die Nerven gehen. Das soll Sicherheit schaffen – zusätzlich zur Videoüberwachung. Für geeignet hält die BVG etwa leichte Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart oder Gioachino Rossini. Auf welchen Stationen die Musik eingesetzt werden soll, sei aber noch nicht entschieden. Die Kosten für die Bahnhofsbeschallung dürften überschaubar sein: Tontechnik plus Gebühren für die Verwertungsrechte an der Musik.

Ein Sprecher betonte, dass im Winter bei Frost Obdachlose weiterhin U-Bahnsteige zur Übernachtung nutzen könnten. «Da sind wir sozial.» Im Winter würden nachts drei U-Bahnhöfe geöffnet um dort Obdachlosen Schutz vor kalten Temperaturen zu gewähren.

Zwei Millionen für die Sicherheit

In Berlin soll das Musik-Experiment vorerst an zwei Stationen starten. Dennoch will sich Berlin auch langfristig nicht nur auf die Kraft der Musik verlassen: Die Verkehrsbetriebe planen, ab 2008 alle 170 Bahnhöfe in der Hauptstadt für zwei Millionen Euro mit neuer Videotechnik auszustatten. (nz/dpa)

 
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