netzeitung.deThüringen gegen Bibel-Einsatz im Bio-Unterricht

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Eine Ausgabe der Bibel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eine Ausgabe der Bibel
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Das Land Thüringen ist dagegen, den Schöpfungsbericht zum Bestandteil des Biologieunterrichts zu machen. CDU-Ministerpräsident Althaus warnte vor einer Vermengung der beiden Bereiche.

Der Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus (CDU), hat sich dagegen gewandt, den biblischen Schöpfungsbericht im Biologieunterricht zu behandeln. Schule müsse die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Erdentstehung und die christliche Schöpfungslehre vermitteln, ohne allerdings beide Bereiche zu vermengen, sagte der Regierungschef in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Der studierte Physiker Althaus ging damit auf Distanz zur hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Sie hatte sich dafür ausgesprochen, den Schöpfungsbericht zum Bestandteil des Biologieunterrichts zu machen. Althaus: «Schule muss beide Dimensionen des Denkens vermitteln, aber es wäre gefährlich, die verschiedenen Bereiche zu vermengen.»

Beim Kreationismus, der den Schöpfungsbericht der Bibel wörtlich nimmt, handelt es sich aus Sicht des CDU-Politikers um biblischen Fundamentalismus: «Seine Vertreter achten nicht einmal die simpelsten Erkenntnisse der Naturwissenschaft.» Das Konzept des «Intelligent Design», das die Natur als Ergebnis eines intelligenten Weltentwerfers versteht, sei nur eine «wissenschaftlich dekorierte Neuauflage des Kreationismus», fügte Althaus hinzu.

Zum Streit über die Grenze zwischen religiöser und wissenschaftlicher Welterklärung sagte der Thüringer Regierungschef, Naturwissenschaft brauche das Gegenüber des Glaubens und der Philosophie. Weder die Kultur des Glaubens noch die Kultur der Vernunft dürfe sich verselbstständigen. Keine der beiden habe einen «Absolutheitsanspruch für Wahrheit.»

Althaus ergänzte: «Der Glaube, der naturwissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, ist genauso falsch wie eine Wissenschaft, die behauptet, Gott könne nicht existieren.» Der CDU-Politiker warnte vor Fundamentalisten in der Biologie, die die Existenz eines Schöpfers ausschlössen: «Das halte ich für falsch.» (epd)