Grüne sehen SPD durch Schäuble vergiftet
Steinmeier hatte sich im «Stern» trotz der jüngsten Geiselnahmen gegen eine Dramatisierung der Bedrohung Deutschlands durch den Terrorismus gewandt. Zugleich übte der designierte SPD-Vize Kritik an Äußerungen Merkels und Schäubles in der Sicherheitsdebatte. Natürlich müsse es auch Denkverbote geben. «Nicht alles, was vorstellbar ist, darf auch politisch gangbar gemacht werden, sagte Steinmeier. Es gelten die Grenzen des Grundgesetzes. Die lassen sich nicht überspringen wie ein Gartenzaun.» Es schaffe nur Verunsicherung, «der Öffentlichkeit einen Wunschkatalog der Sicherheitsbehörden zu präsentieren und den alle paar Tage zu erweitern».
Merkel hatte Schäuble in der vergangenen Woche den Rücken gestärkt und erklärt, ein Innenminister müsse sich mit den qualitativ neuen Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus auseinander setzen. Sie erteile dabei keine Denkverbote.
Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) sprach sich offen für Schäubles Gesetzespläne zur Online-Durchsuchung von Computern aus. «Wo ich den Innenminister hart unterstütze, ist die Frage der so genannten Online-Durchsuchung», sagte de Maizière im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Es gebe Regelungen für die Telefonüberwachung und den Umgang mit dem Postgeheimnis. Wenn Menschen nun verstärkt über das Internet kommunizierten, müssten die Gesetze angepasst werden. (nz)
