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Goebbels-Vergleich provoziert Scientology

26. Jul 2007 16:00
Der 'Goebbels von Scientology', Tom Cruise (li.), spielt den Hitler-Attentäter Stauffenberg
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Die Diskussion um Tom Cruise als Stauffenberg-Darsteller wird immer bizarrer: Ein Scientology-Experte vergleicht den Schauspieler mit Goebbels und löst damit große Empörung bei der Organisation aus.

Thomas Gandow, Sekten-Experte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, hat mit einem Nazi-Vergleich helle Empörung bei Scientology provoziert. In einem Interview mit der «Rheinischen Post» vom Samstag bezeichnete er den US-Kinostar Tom Cruise als «Goebbels von Scientology», der nach Deutschland gekommen sei, um die Bewegungsfreiheit der Organisation auszudehnen.

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Cruise steht gerade in einer amerikanischen Produktion in der Rolle des Hitler-Attentäters Claus Graf Schenk von Stauffenberg vor der Kamera. Weil Cruise der Scientology angehört, war diese Besetzung in die Kritik geraten.

Fünf Tage nach Gandows Vergleich reagiert die Organisation mit einer bissigen Presseerklärung: «Volksverhetzer Pfarrer Gandow gehört des Amtes enthoben», fordert die Vorstandssprecherin der Scientology Kirche Deutschland, Sabine Weber. Gandow habe «schon seit langer Zeit jeden Bezug zur Realität verloren», behauptet sie und schlussfolgert, der Sekten-Beauftragte zeige mit seinen «neuesten Hasstiraden» gegen ein Mitglied der Scientology Kirche «einmal mehr seinen ungebremsten Hass und Fanatismus im Umgang mit Andersgläubigen».

Die Scientologin geht noch weiter: Sie sieht gar den Standort Deutschland wegen Gandows Äußerungen in Gefahr. Sie spricht von der «Außenwirkung» auf Amerikaner und die internationale Staatengemeinschaft, «die erneut einen Blick auf das intolerante Deutschland erhaschen».

Doch dass die Evangelische Kirche ihrer Forderung nach Ablösung Gandows nachkommt, glaubt die Sprecherin der selbst ernannten Kirche, dann doch nicht. Denn das «käme natürlich beinahe einer Anerkennung gleich und daher wird die Evangelische Kirche über diesen Schatten kaum springen», gibt sich Weber kleinlaut. Dennoch wäre es aus ihrer Sicht «vernünftig, dem unseligen Treiben dieses Hasspredigers aus vergangenen Tagen auf relativ elegante Art und Weise ein Ende zu setzen und weiteren Schaden von der Amtskirche und dem Land Berlin abzuwenden».

Die Berliner CDU nannte die Ausführungen der Scientology-Sprecherin absurd. Der Schauspieler Cruise sei identisch mit dem Scientologen Cruise und es wäre naiv, beide Rollen zu trennen, zitiert die Online-Ausgabe des «Tagesspiegels» den Generalsekretär der Hauptstadt-Union, Frank Henkel. Er kenne Gandow als engagierten und leidenschaftlichen Aufklärer über die Gefahren, die von der «totalitären Psychosekte» ausgingen, ergänzte Henkel und forderte die Gesellschaft zur Solidarität mit dem Sekten-Beauftragten auf. (nz)

 
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