26.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Taliban-Kämpfer in Afghanistan
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor einem «Krieg mit Worten» hat das Auswärtige Amt gewarnt. Die Taliban in Afghanistan würden das Instrument der Propaganda sehr effizient einsetzen.
Das Außenministerium hat angesichts der widersprüchlichen Informationen über Entführungen in Afghanistan vor einem «Medienkrieg der Taliban» gewarnt. Im ARD-«Morgenmagazin» sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, am Donnerstag: «Wir haben es nicht nur mit der Ebene der Attentate, der Massaker und Hinrichtungen zu tun, sondern wir haben es mit einem Phänomen zu tun, das Journalisten Medienkrieg genannt haben. Krieg mit Worten.» Jäger sagte, es werde von Seiten der Taliban sehr effizient mit dem Instrument der Propaganda gearbeitet.
Jäger sagte, es handele sich bei den Taliban um «ausgesprochene Profis». «Das sind die Zeremonienmeister des Terrors.» Sie führten die Listen ihrer Schandtaten im Internet und beobachteten ganz gezielt die politische Diskussion in Europa, um darauf Einfluss zu nehmen.
«Wir haben das während des französischen Präsidentschaftswahlkampfs beobachtet, und es ist auch davon auszugehen, dass man sich jetzt gezielt Deutschland zuwendet im Hintergrund unserer Mandatsdebatte», sagte Jäger. Der Bundestag entscheidet im Herbst über die Verlängerung der Bundeswehr-Mandate in Afghanistan.
Am Mittwoch hatte die angebliche Entführung eines deutschen Journalisten für Verwirrung gesorgt. Zunächst hieß es, der «Stern»- Reporter Christoph Reuter sei von radikalislamischen Taliban entführt worden, was sich aber im Tagesverlauf als falsch herausstellte. Ein dänischer Journalist afghanischer Abstammung, der im Osten Afghanistans von Rebellen kurzzeitig festgehalten wurde, ist nach Angaben des Kopenhagener Außenministeriums frei und wohlauf.
Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemühte sich weiter um die Freilassung des am vergangenen Mittwoch entführten deutschen Bauingenieurs. Der Leichnam seines während der Geiselhaft gestorbenen Kollegen ist inzwischen in Deutschland. Er wurde an Bord einer Bundeswehrmaschine transportiert, die am Abend auf dem Flughafen Köln-Bonn landete. Die Leiche des 44-jährigen Deutschen soll an diesem Donnerstag in Köln obduziert werden. (dpa/AP)