netzeitung.deMinister Jung hat «Laden nicht im Griff»

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Bundeswehr-Tornados (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehr-Tornados
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dass die umstrittenen Tornado-Einsätze während des G-8-Gipfels eigenmächtig von der Rostocker Polizei angeordnet worden waren, empört die Grünen. Sie fordern Konsequenzen für die Innenpolitik.

Die Grünen haben im Zusammenhang mit den umstrittenen Tornado-Einsätzen während des G8-Gipfels in Heiligendamm dem Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung und Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (beide CDU) Versagen vorgeworfen. «Zwei Minister, die offensichtlich ihren Laden nicht im Griff haben», sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck auf Netzeitung.de. «Diese Art von organisierter Unverantwortlichkeit ist bestürzend.»

Beck reagierte damit auf einen Bericht der «Bild am Sonntag». Demnach waren die zusätzlichen Tornado-Einsätze völlig eigenmächtig von der Einsatzleitung der Rostocker Polizei angeordnet worden. Selbst der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern habe nichts von den zusätzlichen Flügen gewusst.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte zwei Erkundungsmissionen der Luftwaffe genehmigt. Tatsächlich wurden fünf weitere Missionen geflogen, das Ministerium wurde erst eine Woche nach Ende des Gipfels darüber informiert.

Grünen-Politiker Beck forderte Konsequenzen: Für ihn sei klar, dass er nicht noch mehr unverantwortliches Handeln wolle. «Deshalb sollte die Union die Debatte über Bundeswehr in Innern nun endgültig beenden.»

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister bestritt unterdessen den Pressebericht vom Wochenende. Der Polizeiführer der G8-Sondereinheit Kavala habe keine Entscheidungen getroffen, die über seine Kompetenzen hinausgingen, sagte Caffier laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums. Er trat damit der Behauptung entgegen, wonach der Kavala-Chef Knut Abramowski die Tornado-Flüge ohne Wissen des Ministers veranlasst habe. Es geht um insgesamt sieben Aufklärungsflüge. (nz)