Dalai Lama geißelt Profitgier
In den USA steige die Zahl der Millionäre, gleichzeitig lebten immer mehr Menschen in Armut. «Diese Kluft ist nicht nur moralisch falsch, sondern auch der Ursprung vieler gesellschaftlicher Probleme», sagte das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter. «Wirtschaft und Umwelt kennen in der globalen Welt keine wirklichen Grenzen mehr.»
Der buddhistische Lehrer kritisierte die Konsumfreude im Westen. «Wenn wir den inneren Werten mehr Beachtung schenken, werden wir auch glücklicher sein», sagte der Dalai Lama. «Wenn wir Mitgefühl im Herzen tragen, dann wirkt sich das gut auf unsere Psyche aus.» Seine wichtigste Aufgabe sei es, menschliche Werte zu vermitteln. Außerdem wolle er die Harmonie zwischen den Religionen fördern. «Alle Religionen propagieren die gleichen Werte wie Liebe, Mitgefühl, Genügsamkeit und Toleranz.»
Mit Spannung wurde die Rede des Dalai Lama vor dem buddhistischen Nonnenkongress erwartet. Dabei geht es um die Frage, ob es eine volle Ordination für Nonnen im tibetischen Buddhismus geben wird. Sie ist in etwa mit der Priesterweihe bei den Katholiken zu vergleichen und ermöglicht es den Nonnen, akademische Grade zu erwerben und zu unterrichten. Der Dalai Lama befürwortet dies, ist in dieser Frage aber auf die Unterstützung der anderen Mönche angewiesen. Am Samstag beginnen die Vorträge im Tennisstadion Rotherbaum, zu denen täglich 10.000 Menschen erwartet werden. (dpa)

