Schäuble will schärfere Terror-Paragrafen
14.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zu den Taten, die nach 129c und 129d dann unter Strafe stünden, zählten unter anderem die Ausbildung in so genannten Terror-Camps, das Sammeln von Geld für terroristische Anschläge, aber auch der Besitz und die Verbreitung von Bombenbau-Anleitungen, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein internes Arbeitspapier des Innenministeriums. Zudem sollten künftig bereits politisch motivierte Einzeltäter von dem Paragrafen erfasst werden; bislang gilt er nur für Gruppierungen ab drei Mitgliedern.
Den Vorschlägen zufolge sollten auch Terror-Vorbereitungen außerhalb der EU unter den erweiterten Paragrafen fallen. Zuständig für die Erweiterung des Strafgesetzbuches ist das Bundesjustizministerium. Dort habe das zuständige Referat bereits einen Entwurf erarbeitet, den Ministerin Brigitte Zypries (SPD) aber vorerst verworfen habe, hieß es.
Die Vorwürfe gegen ihn dienten entweder dazu, die Öffentlichkeit bewusst in die Irre zu führen oder Denkverbote auszusprechen, sagte Schäuble. «Beides ist unverantwortlich.» So habe er keineswegs eine nationale Gesetzgebung gefordert, um Terroristen gezielt töten zu können. «Viele haben offenbar gar nicht gelesen, was ich gesagt habe», sagte der Minister auch mit Blick auf seine Aussagen zu einem möglichen Straftatbestand der Verschwörung.
Notwendig sei endlich eine «ehrliche, realistische Debatte» über die Bedrohungen der inneren Sicherheit. Der Staat müsse handlungsbereit sein und ein möglichst hohes Maß an Sicherheit innerhalb der freiheitlichen und rechtsstaatlichen Verfassung gewährleisten. Die Kritik an seiner Arbeit ziele in Wirklichkeit auf ihn als Menschen und Person, beklagte Schäuble in dem Interview.
Unterstützung bekam Schäuble indes von CSU-Chef Edmund Stoiber. Schäuble habe «völlig recht, wenn er nachdenkt, wie wir den Schutz der Bürger vor Terrorgefahren erhöhen können», sagte der bayerische Ministerpräsident laut einer Vorabmeldung der «Bild am Sonntag». «Es ist sogar seine Amtspflicht, über neue Instrumente für eine neue Bedrohung nachzudenken. Ich stimme hier auch der Bundeskanzlerin ausdrücklich zu: Es gibt keine Denkverbote!»
Stoiber kündigte an, die Terrorabwehr in der Koalitionsrunde wie auch bei der Kabinettsklausur im August zum Thema zu machen. «Wir dürfen nicht warten, bis etwas passiert», sagte Stoiber. «Die große Koalition muss jetzt handeln.» Er forderte sie auf, Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht zu prüfen mit dem Ziel, dass terrorverdächtigen eingebürgerten Ausländern die deutsche Staatsbürgerschaft wieder entzogen werden könne. (nz/dpa/AP)

