netzeitung.deListe prominenter Namen in NS-Kartei wird länger

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Auch Erhard Eppler war Mitglied der NSDAP. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch Erhard Eppler war Mitglied der NSDAP.
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Nach Walser, Lenz und Hildebrandt sind weitere prominente Namen bekannt geworden, die sich in der Mitgliederkartei der NSDAP finden. Dazu zählen frühere SPD-Minister und der einstige «Bild»-Chef.

In der Mitgliederkartei der NSDAP sind weitere Namen Prominenter aus Politik und Kultur gefunden worden, die allesamt en bloc am Geburtstag Adolf Hitlers in die Partei aufgenommen wurden. Fast alle Betroffenen haben versichert, nichts von ihrer Mitgliedschaft in der Nazi-Partei gewusst zu haben.

Wie das Magazin «Focus» berichtet, waren die späteren SPD-Bundesminister Erhard Eppler (Jahrgang 1926) und Horst Ehmke (1927) sowie der Philosoph Hermann Lübbe (1926) und der ehemalige «Bild»-Chefredakteur und Regierungssprecher Peter Boenisch (1927-2005) Mitglieder der NSDAP. Der «Spiegel» berichtet, auch der Soziologe Niklas Luhmann (1927-1998) sei Mitglied gewesen. Die Magazine berufen sich auf Recherchen in der Mitgliederkartei der Nazi-Partei im Bundesarchiv Berlin.

Ehmke und Lübbe erklärten dem «Spiegel» zufolge, dass sie keine Erinnerungen daran hätten, je einen Aufnahmeantrag gestellt zu haben. Eppler sagte «Focus» allerdings: «Ich bin nicht gegen meinen Willen auf eine Liste gekommen, sondern habe es akzeptiert. So war das damals.»

Die Bedeutung der NS-Mitgliederkarten ist unter Historikern umstritten: Einige halten es für möglich, dass Parteieintritte in Sammelverfahren auch ohne Wissen der Betroffenen erfolgen konnten. Andere Experten gehen davon aus, dass in jedem Fall eine eigenhändige Unterschrift notwendig war. Laut «Focus» fanden sich die Namen von Ehmke und Eppler auf so genannten «Sammellisten», die von der Reichsleitung der Partei abgezeichnet worden seien.

Erst vor zwei Wochen hatte das Münchner Magazin gemeldet, dass die Autoren Martin Walser und Siegfried Lenz sowie der Kabarettist Dieter Hildebrandt als NSDAP-Mitglieder registriert waren. Seitdem streiten Historiker darüber, ob es eine größere Zahl von Parteieintritten ohne Unterschrift der Bewerber gegeben hatte. (dpa/AP)