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Kiel wird aus AKW-Störfällen nicht schlau

05. Jul 2007 12:59
Am AKW Krümmel wird noch immer nach der Feuer-Ursache gesucht
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Zwischen den Vorfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel gibt es laut der Kieler Atomaufsicht keine Verbindung. Der Betreiber Vattenfall ist in der Kritik wegen seiner Informationspolitik.

Schleswig-Holsteins Atomaufsicht hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine direkte Verbindung zwischen den Vorfällen in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel. «Wir prüfen aber nach wie vor alle möglichen Zusammenhänge», sagte ein Sprecher des zuständigen Sozialministeriums in Kiel am Donnerstag. Zum Stand der Ermittlungen will die für Reaktorsicherheit zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) am Nachmittag im Sozialausschuss des Landtages berichten.

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Brunsbüttel war am vorigen Donnerstag nach einem Kurzschluss für drei Tage vom Netz gegangen, Krümmel liefert seit einem Trafo-Brand am selben Tag keinen Strom mehr. Erst am Dienstag berichtete das Sozialministerium in Kiel, dass es bei der Abschaltung von Krümmel zu weiteren Zwischenfällen gekommen war: Eine Wasserpumpe fiel aus, zwei Sicherheits- und Entlastungsventile wurden «unplanmäßig» geöffnet. Darauf sanken schnell Druck und Pegelstand des Kühlwassers im Reaktordruckbehälter. Politiker und Umweltverbände kritisierten, dass die Öffentlichkeit über diese Vorfälle nicht früher informiert wurde.

Der Konzern Vattenfall Europe wirke unglaubwürdig, wenn erst jetzt zugegeben werde, dass der Zwischenfall schwerer gewesen sei als bislang angenommen, sagte der Umweltverband BUND am Mittwoch.

Ein Kommunikationsexperte kritisierte die «Salami-Taktik». Die Atomexpertin der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, warf dem AKW-Betreiber vor, die Bevölkerung bewusst getäuscht zu haben. «Es ist skandalös, dass Vattenfall erneut systematisch den Verlauf eines Störfalls verharmlost und verschleiert», sagte Harms. Der Betreiber hielt indes dagegen, die Störungen seien nicht sicherheitsrelevant gewesen. (dpa)

 
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