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Wulff kritisiert Entschädigungsklagen scharf

01. Jul 2007 16:02
Christian Wulff
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Niedersachsens Ministerpräsident Wulff missbilligt Entschädigungsklagen gegen Polen.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat auf dem Deutschlandtreffen der Landsmannschaft Schlesien Entschädigungsklagen gegen Polen scharf kritisiert. «Ich bin überzeugt, dass jede Form von materieller Aufrechnung zur Verhärtung der Fronten zwischen Deutschland und Polen führt», sagte Wulff am Sonntag in Hannover. Daraufhin gab es Pfiffe unter den Zuhörern. Wulff forderte die Schlesier außerdem auf, sich von Rechtsextremisten abzugrenzen. «Zeigen Sie deutlich, dass Sie mit extremistischem Gedankengut gar nichts zu tun haben.»

Sein Bundesland hatte 1950 die Patenschaft für die schlesische Landsmannschaft übernommen und finanziert das kulturelle Rahmenprogramm des Schlesiertreffens mit rund 30.000 Euro. Die Schlesier trafen sich erstmals seit 1989 wieder in Hannover. Die frühere rot-grüne Landesregierung hatte den Schlesiern die Unterstützung entzogen, die Veranstaltung fand seitdem in Nürnberg statt.

Grüne wollten Absage Wulffs

Bedingung für die Rede des stellvertretenden CDU- Bundesvorsitzenden Wulff war laut Staatskanzlei, dass die Veranstalter mögliche rechtsextreme Aktivitäten bei dem Treffen unterbinden. Die Grünen im Landtag hatten Wulff aufgefordert, seinen Besuch abzusagen. Sie befürchteten, dass bei dem Treffen anti- polnische Töne laut werden könnten.

Der umstrittene Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Pawelka, relativierte in seiner Rede die Verantwortung von Nazi- Deutschland für die Vertreibungen aus den früheren deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg. Pawelka sagte, immer wieder werde die Wahl Adolf Hitlers durch die Deutschen als Ursache für die Vertreibungen angeführt. «Das klingt, als ob die Rote Armee wegen Hitler geradezu gezwungen war, Gräuel zu begehen.» Für ihn seien die Tötungsaufrufe des sowjetischen Propagandisten Ilja Ehrenburg an die sowjetischen Soldaten «der eigentliche Grund, warum diese Gräuel in diesem Maße vorgekommen sind.»

Pawelka forderte zudem, deutsche Zwangsarbeiter mit polnischen oder sowjetischen gleich zu stellen. «Politiker lassen individuelle Schicksale unberührt, wenn sie ihnen ideologisch nicht in den Kram passen.» Außerdem erneuerte Pawelka seine Kritik am Umgang der polnischen Regierung mit der deutschen Minderheit. (dpa)



 
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