Für Schäuble ist Schwarz-Grün eine Option
CSU-Chef Edmund Stoiber warnte die Union hingegen vor einem Bündnis mit den Grünen. CDU und CSU müssten alles daran setzen, aus eigener Kraft regieren zu können. «Die CSU will keine Jamaika- Koalition», sagte der bayerische Ministerpräsident am Samstag bei einem CSU-Bezirksparteitag zu einem schwarz-gelb-grünen (Farben der Jamaika-Flagge) Bündnis von Union, FDP und Grünen.
Dagegen sagte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU), er sehe für eine schwarz-grüne Koalition «im Moment keine Perspektive». Sein hessischer Amtskollege Roland Koch (CDU), sieht die «größte politische Übereinstimmung» der Union mit der FDP. Die Grünen seien davon noch weit entfernt. Im übrigen halte er Analysen, die nur noch in Dreier-Bündnissen denken, nicht für zwingend.
Schäuble sagte der Zeitung: «Lange war Schwarz-Grün so etwas wie eine Diffamierung. Das ist wirklich Unsinn.» Wenn es der Wähler erlaube, sei eine Koalition mit der FDP «wahrscheinlich, und so sieht es die FDP auch». Doch fügte er hinzu: «Die FDP hat gelegentlich Neigungen dazu, eine Klientelpartei zu sein. Wir suchen immer Lösungen, die für alle verantwortbar sind. Da gibt es natürlich Berührungen mit den Grünen.» Und wenn die Grünen aus ihrer Sicht «den bestmöglichen Koalitionspartner suchen, dann kann es nur die Union sein», fügte Schäuble hinzu.
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart wies den Vorwurf Schäubles zurück, seine Partei habe eine Neigung zur Klientelpartei. Er kritisierte im «Kölner Stadt-Anzeiger» (Montag) zugleich Schäubles Öffnung hin zu den Grünen. Die bessere Politik für das Land könne die Union nur mit der FDP machen. (dpa)

