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So etwas wie eine bayerische Invasion Moskaus

01. Jul 2007 09:45
Als Putin in Bayern war, verstand er sich sehr gut mit Stoiber
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Kommende Woche reist CSU-Chef Stoiber nach Russland. Er versteht sich mit Präsident Putin seit dessen Besuch in Bayern im vergangenen Herbst bestens. Denn Putin mag Bier, Brauchtum und Trachten.

Für das Schicksal Edmund Stoibers interessiert sich Russlands Präsident Wladimir Putin ganz besonders. Putin beauftragte extra den Geheimdienst FSB, dessen Chef er einst war, um nach den Gründen für den Rückzug des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs zu forschen. Der FSB fand aber nichts heraus.

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Diese Anekdote erzählte Putin seinem Duz-Freund Stoiber im Februar bei Bier und Würstchen in München am Rande der Sicherheitskonferenz.

Kommende Woche reist Stoiber nach Moskau und sagt Putin noch einmal persönlich «Servus». Auch Putin kann beim Treffen im Kreml «Do swidanija, Edmund», sagen. Denn er darf nach zwei Amtsperioden bei der Präsidentenwahl im März 2008 nicht ein drittes Mal kandidieren.

Angenehm

Die Reise nach Russland dürfte für Stoiber zu den angenehmen Seiten in der Übergangszeit bis zu seinem Rückzug im Herbst gehören. Putin und Stoiber verstehen sich seit dem ersten Besuch des Kreml- Herrn in Bayern im vergangenen Herbst bestens. Putin mag Bier, Brauchtum und Trachten. Überhaupt liebt er Deutschland, wo er einst als KGB-Agent arbeitete.

Zwei Mal lud Putin Stoiber schon zum Gegenbesuch nach Russland ein - und empfahl ihm auch eine Visite in seiner Heimatstadt St. Petersburg. Nun wird Stoiber nächste Woche in der prächtigen Stadt an der Newa die Eremitage und das Bernsteinzimmer besichtigen.

Offenheit

Eine reine Sightseeing-Tour ist Stoibers Visite aber nicht. Das deutsch-russische Verhältnis hat sich in der Amtszeit der großen Koalition abgekühlt. Während unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) Kritik an Putins autokratischem Führungsstil und dem Zustand der bürgerlichen Freiheiten in Russland weitgehend hinter vorgehaltener Hand geäußert wurde, nimmt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kein Blatt vor dem Mund. Offenheit, auch wenn man nicht einer Meinung ist, lautet die Devise der Bundesregierung. So dürfte es auch im Gespräch zwischen dem Landesfürsten Stoiber und dem Kreml-Herrn Putin offen zu gehen.

Für Putin in Bayern spielte eine Kapelle
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Putin, der selbst fließend Deutsch spricht, nimmt sich immer gern Zeit für deutsche Gäste, um über Fragen der Weltpolitik zu parlieren. Stoiber als Noch- Vorsitzender einer Koalitionspartei ist auch für die Russen ein geschätzter Gesprächspartner. Und die CSU sonnte sich schon immer gern auch im Glanz der Außenpolitik. Überhaupt findet kommende Woche eine kleine bayerische Invasion in Moskau statt.

Auch Huber in Moskau

Denn zeitgleich mit Stoiber macht sich auch Wirtschaftsminister Erwin Huber mit 70 Unternehmensvertretern in die russische Hauptstadt auf, um den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Freistaat und Russland neuen Schub zu geben. Das wieder selbstbewusst auftretende und wirtschaftlich starke Russland ist Deutschlands wichtigster Energielieferant. Die Wirtschaft hat kein Interesse an einer Eiszeit im Verhältnis zu Moskau, wie es in jüngster Zeit in der Politik drohte - vor allem wegen der geplanten US-Raketenabwehr in Mitteleuropa.

Stoiber brachte sich bereits als Freund Russlands in Position, der Verständnis für die Sorgen und psychologischen Befindlichkeiten der Großmacht hat. Dass Stoiber und sein möglicher Nachfolger als CSU-Chef Huber zwar zeitgleich nach Moskau reisen, aber getrennt fliegen - Huber mit Aeroflot, Stoiber mit gemieteter Sondermaschine - will natürlich keiner als bewusste Distanzierung verstehen.

Huber hatte seine lang geplante jährliche Wirtschaftsreise nach Russland mit großem Aufwand vorverlegt, um gleichzeitig mit Stoiber in Moskau sein zu können. Dort werden Huber und Stoiber wohl in getrennten Hotels wohnen - Huber im Metropol und Stoiber im neu eröffneten Ritz Carlton. Nahe am Kreml liegen sie beide. (Dorothea Hülsmeier, dpa)

 
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