Minister Jung stellt sich gegen Tom Cruise
«Da kommt sicher nur Mist raus», sagte Berthold Schenk Graf von Stauffenberg der «Süddeutschen Zeitung». Auch sei es ihm «unsympathisch, dass ein bekennender Scientologe» seinen Vater spiele, Cruise «soll seine Finger von meinem Vater lassen». Der Vorsitzende des Bundestag-Kulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), bezeichnete die geplante Besetzung als instinktlos. Die Scientologen seien eine «hochproblematische Organisation», die bereits viel Not über Menschen gebracht habe, sagt er der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».
«Der mutige deutsche Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur darf nicht für die PR-Zwecke einer gefährlichen und totalitären Psycho-Organisation wie Scientology missbraucht werden», sagte ihr innenpolitischer Sprecher, Frank Henkel. Der Streifen mit Cruise trägt den Arbeitstitel «Valkyrie» nach dem Namen der gescheiterten Verschwörung gegen Hitler, «Operation Walküre». Stauffenberg war nach dem Anschlag auf Hitler ebenso wie viele seiner Mitwisser und Unterstützer hingerichtet worden.
Sein Sohn sieht derweil keine Möglichkeit, das Cruise-Projekt zu verhindern. «Selbst wenn ich nachträglich gegen den Film vorgehen würde..., dann bestünde doch die Gefahr, dass ich für so etwas auch noch Werbung mache.» Zu bisherigen Filmen über das Hitler-Attentat meinte der älteste Sohn des Widerstandskämpfers: «Meine Erfahrung mit Spielfilmen ist: Drama kommt immer vor Fakten.» Er befürchte, dass bei dem Cruise-Film «ein grauenvoller Kitsch rauskommt». Von Studio Babelsberg ist nach wie vor nichts Näheres zum geplanten Dreh zu erfahren. Dort hieß es: «Wir befinden uns weiter in Koproduktionsgesprächen.» (dpa)
