21.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Oskar Lafontaine
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Der Zentralrat der Juden wertet die außenpolitischen Positionen der Partei Die Linke als antisemitisch. Das sieht die NPD anders und klatscht dem Linkenchef Lafontaine Beifall.
Die rechtsextremistische NPD hat den Vorsitzenden der Linken, Oskar Lafontaine, gegen Antisemitismus-Vorwürfe des Zentralrats der Juden in Schutz genommen. «Lafontaine vertritt außenpolitisch lupenreine und völlig authentische NPD-Positionen», sagte NPD-Generalsekretär Peter Marx am Donnerstag in Berlin.
Dazu gehöre etwa die Forderung nach Abzug der deutscher Soldaten aus Afghanistan, die «Völkerrechtswidrigkeit» des US-Kriegs in Irak und die «Eindämmung des Aggressionsstaates Israel». Deshalb habe Lafontaine «Solidarität» verdient.
Nach den Worten von Marx verliert der alte Rechts-Links-Gegensatz in Deutschland zunehmend an Bedeutung. «Durch seine Bekanntheit und seine Medienpräsenz nimmt Oskar Lafontaine innerhalb dieser Querfront eine gar nicht zu unterschätzende Verstärkerrolle wahr», sagte er. Marx hält künftig gemeinsame Aktionen der NPD mit dem «antiimperialistischen Flügel der Linken» für möglich.
Die Linke wies das als «plumpen Anbiederungsversuch und durchsichtiges Manöver» scharf zurück. «Neonazis und Linke passen zusammen wie Feuer und Wasser», sagte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch. Gemeinsame Aktionen oder ein Bündnis mit der NPD werde es niemals geben. FDP-Chef Guido Westerwelle dagegen sieht sich durch den NPD-Vorstoß in seinen Warnungen bestätigt, wonach die demokratische Mitte von Rechts- und Linksaußen gleichermaßen bedroht wird.
Anlass für das Lafontaine-Lob durch die NPD waren Äußerungen des stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann. Dieser hatte die Partei Die Linke laut Medienberichten wegen ihrer außenpolitischen Positionen als antisemitisch kritisiert. (dpa)