netzeitung.deDoch Zivilbeamte unter G8-Gegnern

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Polizei setzte in Rostock doch als Autonomen verkleideten Zivilbeamten ein (Archivbild) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizei setzte in Rostock doch als Autonomen verkleideten Zivilbeamten ein (Archivbild)
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Die Polizei hat in Rostock nach mehrfachem Dementi nun doch den Einsatz von Zivilbeamten eingeräumt. Sie hätten aber nicht den Auftrag gehabt, zu Straftaten anzustacheln.

Zwei Tage nach der Enttarnung eines Zivilbeamten durch Demonstranten bei einer Protestkundgebung nahe Heiligendamm hat die Polizei den Einsatz bestätigt, nachdem sie ihn zuvor mehrfach dementiert hatte. Der aus Bremen stammende Beamte sei am Mittwoch bei einer Sitzblockade am östlichen Eingang nach Heiligendamm im Einsatz gewesen, erklärte die Polizeieinheit «Kavala», die den Vorgang am Donnerstag noch dementiert hatte. Der Vorfall ereignete sich an einer Sitzblockade.

«Behauptungen, der Zivilbeamte habe den Auftrag gehabt, andere Blockadeteilnehmer zur Begehung von Straftaten und Störungen anzustiften, entbehren jeglicher Grundlage», hieß es. Die einzige Aufgabe des Beamten aus Bremen sei gewesen, von geplanten von Straftaten und Störungen zu erfahren. Nach Schilderung von Demonstranten hatten ihn Bremer Blockade-Teilnehmer als Beamten aus der Hansestadt erkannt. (siehe Hintergrund)

Er machte sich demnach zusätzlich verdächtig, als er die Demonstranten unüblicherweise siezte und auf die Aufforderung, sich auszuweisen, in Behörden-Deutsch erklärte, dies nur «autorisierten Stellen» gegenüber zu tun. Aufgebrachte Demonstranten attackierten ihn daraufhin und schlugen auf ihn ein. Vertretern der juristischen Teams der Demonstranten gelang es jedoch, den Mann mit massivem Körpereinsatz vor weiteren Attacken der eigenen Leute zu schützen, und ihn der Polizei zu übergeben.

Die Staatsanwaltschaft Rostock prüft unterdessen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die Zivilpolizisten. Es gehe um mögliche Anstiftung zu einer Straftat, bestätigte Oberstaatsanwalt Peter Lückemann einen Bericht der «Hamburger Morgenpost». Der Sachverhalt werde strafrechtlich geprüft, es gebe aber noch keinen Anfangsverdacht.

Bisher dementiert
Werner Rätz aus dem Organisationskomitee der Großdemonstration vom Samstag erklärte, den Veranstaltern lägen noch weitere Hinweise auf Zivilpolizisten vor, die Krawall anzetteln wollten. Es gebe aber keine belastbaren Beweise für diesen Verdacht.

Noch am Donnerstag hatte die Polizei den Vorfall zurückgewiesen: Bei dem Mann handele es sich nicht um einen Polizeibeamten. «Solche Geschichten werden in die Welt gesetzt, um ein bestimmtes Bild von der Polizei zu verbreiten.» Nun hieß es in der schriftlichen Erklärung: «Der Einsatz solcher zivilen Kräfte ist Bestandteil der Deeskalationsstrategie und dient ausschließlich der beweiskräftigen Feststellung von Gewalttätern.» (AP/dpa)