Dr. Sommer auf dem Kirchentag
07.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein seit 30 Jahren verheiratetes Ehepaar, das seit fast ebenso vielen Jahren jeden Kirchentag besucht, hat sich für die Veranstaltung «Liebespaare - Die Kunst als Paar zu leben» entschieden. «Wir wünschen uns Impulse, um unsere Ehe zu reflektieren», sagt das Paar aus Bayern.
Das Zentrum Liebe sei von den evangelischen Beratungsstellen auf die Tagesordnung des Kirchentages gesetzt worden, erläutert der Kirchentagsbeauftragte der rheinischen Landeskirche, Joachim Lenz. «Alle singen das Hohe Lied der Liebe, aber keiner kann es richtig», gibt Lenz die Idee hinter dem Zentrum wieder.
Zur Sprache kommen auch sonst eher zurückhaltend gehandelte Themen: Unter dem Motto «Kann denn Liebe Sünde sein» wird am Samstag das Verhältnis von Kirche und Sexualität diskutiert, unter anderem mit der Leiterin des «Dr.-Sommer-Teams» von der Jugendzeitschrift «Bravo». Am Abend ist ein erotischer Gottesdienst unter dem Motto «Im Weinberg der Liebe» angekündigt.
Zwar hätten die Kirchen nach wie vor Probleme mit dem Begehren und der Lust, es sei aber im Vergleich der Jahrhunderte viel besser geworden, meint die katholische Wissenschaftlerin Regina Ammicht-Quinn. Die Schweizer Psychologin Kast wirbt vor den andächtig zuhörenden Besuchern für «die Pflege der Liebe». Man könne sie nicht festhalten, aber gestalten», gibt sie den Jugendlichen, Ehepaaren und Großeltern mit auf den Weg.
Eine Belastung der ökumenischen Beziehungen durch das Zentrum Liebe hält Lenz für unwahrscheinlich. Auch wenn sich der Kölner Kardinal Joachim Meisner in dieser Angelegenheit bislang nicht öffentlich geäußert hat, ist er doch präsent: Unter dem Titel «Darf ich bitten, Herr Kardinal?» sind «Kabarettistische Tanzschritte» des Kölner Pfarrerkabaretts «Klüngelbeutel» angekündigt. (Holger Spierig, epd)

