06.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Polizisten gehen am Sicherheitszaun um Heiligendamm entlang.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Direkt am Zaun um den G8-Tagungsort Heiligendamm hat sich die Lage kurzzeitig zugespitzt: Ein Mann wurde angegriffen. Die Polizei konnte dann aber zwei Straßenblockaden auflösen.
Am Sicherheitszaun um den G8-Gipfelort Heiligendamm ist die Situation am frühen Mittwochabend kurzzeitig eskaliert. Am Blockadepunkt Galopprennbahn wurde eine Person von mehr als einem Dutzend vermummter Demonstranten angegriffen. Möglicherweise handelte es sich um einen Polizisten, der in der Autonomen-Kleidung unter den Blockierern war.
Der Mann wurde von Kräften des anwaltlichen Notdienstes der Demonstranten aus der Notlage befreit und zur Linie der Polizisten gebracht, die ihn in ihre Reihen zogen. Wie ein Sprecher des Notdienstes bestätigte, hatten mehrere Demonstranten den Mann als Polizisten erkannt. Dieser sei der Auforderung, sich auszuweisen, nicht nachgekommen. Zu möglichen Verletzungen des Mannes wollte sich der Sprecher nicht äußern.
Am Kontrollpunkt Hinter Bollhagen seien die Ordnungskräfte mit Wasserwerfern gegen die Blockierer vorgegangen, teilte die Polizei mit. Zwei Straßenblockade von G8-Gipfelkritikern seien aufgelöst und 141 Personen festgenommen worden. Aueßrdem wurden 24 Personen zur Unterbindung von Straftaten in so genannten Gewahrsam genommen. In Börgerende hätten etwa 70 Demonstranten freiwillig die Straße geräumt.
Zuvor hatte die Polizei berichtet, am Sicherheitszaun drohe am Blockadepunkt Galopprennbahn eine Eskalation. In einer Gruppe von 9000 bis 10.000 Blockierern vermummten und bewaffneten sich vor dem Durchgang viele Autonome, hieß es. Die Bewaffnung bestehe aus Molotow-Cocktails und Steinen. Etwa zehn Hubschrauber kreisten über diesem Bereich. Polizeiverstärkung wurde eingeflogen.
Am Nachmittag war es trotz des enormen Polizeiaufgebots tausenden Demonstranten gelungen, Sicherheitslinien zu überschreiten und sich unmittelbar vor dem Eintreffen der Staats- und Regierungschefs am Schutzzaun rund um das Tagungshotel zu versammeln.
Dort standen sich dann mehrere Hundertschaften Polizei und die Demonstranten gegenüber. Die Beamten drängten die Protestgruppe etwa 50 Meter zurück. Die G8-Kritiker waren bis auf 20 Meter an den Zaun vorgedrungen.
Friedliche Demonstranten wurden aufgefordert, sich klar von Gewalttätern zu distanzieren. Polizeiführer Knut Abramowski sagte, die Polizei werde «mit niedriger Eingreifschwelle Straftaten unterbinden und der Lage angepasst einschreiten». Nach den schweren Krawallen von Samstag war es Veranstaltern und Polizei bei verschiedenen Demonstrationen immer wieder gelungen, mit Appellen dieser Art Gewaltszenen zu verhindern. (dpa)