06. Jun 2007 19:24, ergänzt 21:29
Direkt am Zaun um den G8-Tagungsort Heiligendamm hat sich die Lage kurzzeitig zugespitzt: Ein Mann wurde angegriffen. Die Polizei konnte dann aber zwei Straßenblockaden auflösen.
Der Mann wurde von Kräften des anwaltlichen Notdienstes der Demonstranten aus der Notlage befreit und zur Linie der Polizisten gebracht, die ihn in ihre Reihen zogen. Wie ein Sprecher des Notdienstes bestätigte, hatten mehrere Demonstranten den Mann als Polizisten erkannt. Dieser sei der Auforderung, sich auszuweisen, nicht nachgekommen. Zu möglichen Verletzungen des Mannes wollte sich der Sprecher nicht äußern.Am Kontrollpunkt Hinter Bollhagen seien die Ordnungskräfte mit Wasserwerfern gegen die Blockierer vorgegangen, teilte die Polizei mit. Zwei Straßenblockade von G8-Gipfelkritikern seien aufgelöst und 141 Personen festgenommen worden. Aueßrdem wurden 24 Personen zur Unterbindung von Straftaten in so genannten Gewahrsam genommen. In Börgerende hätten etwa 70 Demonstranten freiwillig die Straße geräumt.
Zuvor hatte die Polizei berichtet, am Sicherheitszaun drohe am Blockadepunkt Galopprennbahn eine Eskalation. In einer Gruppe von 9000 bis 10.000 Blockierern vermummten und bewaffneten sich vor dem Durchgang viele Autonome, hieß es. Die Bewaffnung bestehe aus Molotow-Cocktails und Steinen. Etwa zehn Hubschrauber kreisten über diesem Bereich. Polizeiverstärkung wurde eingeflogen.Am Nachmittag war es trotz des enormen Polizeiaufgebots tausenden Demonstranten gelungen, Sicherheitslinien zu überschreiten und sich unmittelbar vor dem Eintreffen der Staats- und Regierungschefs am Schutzzaun rund um das Tagungshotel zu versammeln.
Dort standen sich dann mehrere Hundertschaften Polizei und die Demonstranten gegenüber. Die Beamten drängten die Protestgruppe etwa 50 Meter zurück. Die G8-Kritiker waren bis auf 20 Meter an den Zaun vorgedrungen.