CSU-Vize Seehofer wehrt sich gegen Kritiker
Der bayerische Junge-Union-Chef Manfred Weber warnte vor Schaden für die CSU. «Ich appelliere an alle, auf die politische Kultur und das Gesamtansehen der Partei zu achten», sagte Weber der Nachrichtenagentur dpa. «Wenn das jetzt so weiter geht, wird es am Ende nur Verlierer geben.» Weber ist auch CSU-Präsidiumsmitglied.
Seehofer selbst fühlt sich missverstanden. Seit Wochen sieht er sich wegen der Veröffentlichung seiner außerehelichen Affäre als Opfer. So auch im vorliegenden Fall, in dem er «explizit nicht gedroht» habe. Zwar habe er «eine Menge Informationen erhalten», bestätigte der Minister dem «Oberbayerischen Volksblatt» den «Stern»-Bericht. Dazu zählten auch Briefe enttäuschter Liebhaberinnen von CSU-Größen. Allerdings wäre er «nie auf den Gedanken gekommen, mit gleichen Methoden vorzugehen wie andere. Ich begebe mich nicht auf diese Schiene der persönlichen Auseinandersetzung», zitiert ihn das Blatt.
Wiederholt hatte Seehofer zuletzt erklärt, dass er den Urheber der Veröffentlichung seiner Affäre in einer Boulevard-Zeitung kenne. In der CSU gilt es als offenes Geheimnis, dass er CSU-Generalsekretär Markus Söder im Verdacht hat. Umgekehrt kursieren Gerüchte, eine Geschichte über Söders uneheliches Kind in einer Illustrierten gehe auf Seehofer zurück. Der Minister bestreitet dies energisch. «Solche Kampagnen mache ich nicht.»
Damit droht die Auseinandersetzung um den CSU-Vorsitz endgültig als Schlammschlacht zu enden. Weder Seehofers Konkurrent, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber noch Parteichef Stoiber oder Söder wollten sich zu dem Vorgang äußern. (nz/dpa)

