netzeitung.deOettingers Referentin wird neuer Job zu heiß

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Das konservative baden-württembergische Studienzentrum Weikersheim ist keine gute Referenz fürs Karrieremachen. Ministerpräsident Oettinger kann das nicht mehr stören, wohl aber seine Beinahe-Referentin.

Die Folgen seiner Filbinger-Grabrede bekommt Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nun im eigenen Büro zu spüren. Dort, wo seit Montag seine neue persönliche Referentin arbeiten sollte, ist ein leerer Platz. Die 26-jährige Gymnasiallehrerin Dorothea B. habe den Job abgesagt, berichtet die «Bild». Oettinger hatte die Personalie gegen den Rat engster Mitarbeiter durchsetzen wollen, hieß es. Nun wird vermutet, dass sie an einer Doktorarbeit schreibt.

Grund für die Absage soll die Diskussion um B.s Mitgliedschaft im baden-württembergischen Studienzentrum Weikersheim sein, ein Verein, unter dessen Dach besonders konservative Politiker politische Bildungsarbeit betreiben. Gymnasiallehrerin B. fungierte als Vizechefin des Jugend-Ablegers dieser «Denkfabrik». Ihre Mitgliedschaft soll sich auch gleich mit gekündigt haben.

Oettinger war als Ministerpräsident Mitglied in dem Zentrum, auf dessen Referentenliste der aus der CDU geschasste Politiker Martin Hohmann oder der wegen Antisemitismus-Vorwürfen entlassene Kommandeur der deutschen Bundeswehr-Elitetruppe KSK, Reinhard Günzel, standen. Ins Gerede gekommen war das Studienzentrum, nachdem Oettinger bei der Beerdigung eines seiner Amtsvorgänger, des einstigen NS-Marinegenerals Filbinger, diesen als Nazi-Gegner bezeichnet hatte. (nz)