Protest und Festnahmen nach Razzia in Hamburg
Die Sicherheitsbehörden hatten am Morgen zahlreiche Treffs und Wohnungen militanter G8-Gegner in sechs Bundesländern im Norden Deutschlands durchsucht. Die Bundesanwaltschaft begründete dies mit Hinweisen darauf, dass sich eine terroristische Vereinigung gebildet hat, deren Ziel es sei, mit Brandanschlägen und anderen gewalttätigen Aktionen den Gipfel Anfang Juni im Osteseebad Heiligendamm zu stören oder zu verhindern. Diesen Verdacht konkretisierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, Der Linksextremismus in Deutschland habe in den Wochen vor dem Gipfeltreffen «eine ganz neue Dimension» erreicht, sagte Freiberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Gegen mehr als 20 Personen leiteten die Strafverfolger Ermittlungsverfahren ein.
Die Polizei schritt mit einem Großaufgebot von 1000 Beamten und mit Wasserwerfern ein. Acht Demonstranten wurden wegen Landfriedensbruchs vorübergehend festgenommen. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage.
Die Razzia der Sicherheitsbehörden kritisierten auch die Grünen- Vorsitzende Claudia Roth und die Jugendorganisation der SPD, Jusos. Die Linkspartei warf der Bundesregierung vor, billigend in Kauf zu nehmen, dass sie «ein Klima der Eskalation» befördere. Die globalisierungskritische Organisation attac sprach von dem «Versuch, das gesamte Spektrum der G8-Gegner zu kriminalisieren». (nz/AP/dpa)
