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Harsche Kritik an Großrazzia gegen G8-Gegner

09. Mai 2007 20:15
Aktivisten hängen Plakat auf
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Die bundesweite Großrazzia gegen Gegner des G8-Gipfels ist mit großer Empörung aufgenommen worden. Grünen-Chefin Roth warnte vor einer gezielten Einschüchterung von Globalisierungskritikern.

Mit Empörung und Unverständnis haben Vertreter der linken Szene auf die bundesweite Razzia bei Globalisierungskritikern reagiert. «Es darf keine Kriminalisierung und keine gezielte Einschüchterung von G8-Gegnern geben, die ihren Protest gewaltfrei organisieren wollen», sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. «Wir fordern die Behörden auf, detailliert zu begründen, warum in diesem Ausmaß Wohnungen, Büros und zahlreiche Kulturzentren durchsucht worden sind.»

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900 Beamte hatten 40 Wohnungen, Büros und andere Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen durchsucht.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, warnte ebenfalls davor, die Proteste gegen den G8-Gipfel zu kriminalisieren. Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) sprach von gezielten Einschüchterungen. Das Netzwerk Friedenskooperative nannte die Durchsuchungen «unsachgemäß und unverhältnismäßig».

Kipping sagte, die Durchsuchungen von linken und alternativen Einrichtungen, die an der Vorbereitung der Proteste zum G8-Gipfel beteiligt sind, seien nicht im Sinne einer Deeskalation. «Unter dem Vorwand einer angeblichen Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels wird der Versuch unternommen, bereits im Vorfeld die Proteste zu kriminalisieren», kritsierte sie. Die Bundesregierung nehme mit derartigen Aktionen billigend in Kauf, dass die Stimmung bei den Gipfelprotesten deutlich angespannter sein werde.

«Diese Durchsuchungswelle dient allein der Kriminalisierung und Behinderung des G8-Gipfel-Protestes», sagte ein Sprecher der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB). Der Vorwurf, Terroristen würden sich über einen Internetserver koordinieren, der von Linken betrieben werde, sei lächerlich. «Das BKA wird auch nach Abschluss der Ermittlungen etwaige Beweise schuldig bleiben», sagte er.

Als unsachgemäß und unverhältnismäßig bezeichnete das Netzwerk Friedenskooperative die Durchsuchungsaktionen von Polizei und BKA. Die angebliche Aufklärung von Anschlägen sei «nur Vorwand für eine gigantomanische Ausspähung und Einschüchterung sehr großer Kreise von G8-kritischen Gruppen», sagte Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner.

Ein Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, sagte, «die überfallartigen Polizeiaktionen gegen 40 Wohnobjekte und Büros globalisierungskritischer Alternativprojekte sind ein ermittlungstechnischer Fehlschlag, juristisch überflüssig wie ein Kropf und ein politischer Skandal erster Ordnung». Die Rote Flora in Hamburg kündigte an, dass die «dreisten Übergriffe» der Behörden die weitere Mobilisierung der Globalisierungsgegner nicht aufhalten könnten. Die Gruppe rief die Menschen dazu auf, aktiv zu werden und ihren Protest auf die Straße zu tragen.

Der Europaabgeordnete der Linksfraktion im Europäischen Parlament (GUE/NGL), Tobias Pflüger, sagte, dass auch bei der Razzia am Mittwoch die Terrorismus-Keule mit Berufung auf den Paragrafen 129a wegen Bildung terroristischer Vereinigungen geschwungen werde, passe «nur zu gut in eine Entwicklung, bei der immer häufiger legitimer Protest mit Terrorismus gleichgesetzt wird». (dpa/AP)

 
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