netzeitung.deMinisterin Schmidt für Schulfach «Ernährung»

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Neues Schulfach für mehr Gesundheit? Schule in Deutschland (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Neues Schulfach für mehr Gesundheit? Schule in Deutschland
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Knapp 40 Millionen Deutsche sind zu dick. Davon zumindest geht die Bundesregierung aus und will mit dem Aktionsplan «Fit statt fett» gegensteuern.

In deutschen Schulen wird nach Ansicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu wenig Wissen über gesunde Ernährung vermittelt. «Ich glaube, dass Ernährung und Gesunderhaltung in einer älter werdenden Gesellschaft unbedingt auch in den Schulen gelehrt werden muss», sagte die SPD-Politikerin im ZDF. Sportunterricht sei genauso wichtig wie Mathematik und Deutsch.

Sie würde es begrüßen, wenn es ein Pflichtfach Ernährung an Schulen geben sollte. Allerdings seien dafür die Kultusminister der Länder zuständig, schränkte Schmidt ein.

Mit ihrem Fünf-Punkte-Plan «Fit statt fett» will die Regierung die Ernährung und das Bewegungsverhalten der Deutschen bis 2020 nachhaltig verbessern und vor allem den Trend zum Übergewicht bei Kindern stoppen. Das Konzept soll am Mittwoch vorgestellt werden.

Auch Magersucht
Schmidt sagte, Kampagnen erreichten eher die Menschen, die bereits sportlich seien und sich gesund ernährten. «Deswegen brauchen wir einen Plan, alle mit einzubeziehen.» Die Ministerin verwies auf die skandinavischen Länder, die bereits viel in die Prävention in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen investiert hätten. Dort seien die Gesundheitskosten geringer.

«Die Lebenserwartung ist in den Ländern noch höher als bei uns, obwohl wir ein gutes Gesundheitswesen haben.» Zwar sei auch die Nahrungsmittelindustrie verantwortlich. Jedoch könne der Einzelne mit gesunder Ernährung, Sport und Verzicht aufs Rauchen viel erreichen. Der Aktionsplan ziele auch auf untergewichtige Mädchen.

Das von Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) entwickelte Konzept fußt darauf, dass in Deutschland derzeit rund 37 Millionen Erwachsene und rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös sind. 45 Prozent der Erwachsenen seien körperlich zu wenig aktiv, auch bei Kindern und Jugendlichen nehme die «körperliche Fitness» ab. Die Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten beliefen sich auf 30 Prozent aller Gesundheitskosten, somit auf über 70 Milliarden Euro jährlich. (nz/AP)