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Grüne stellen sich vor Ex-RAF-Aktivistin

01. Mai 2007 14:29
RAF-Fahndungsplakat (Archivbild)
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«Zu pauschal» sei ihm die Kritik der Bremer CDU, sagt Volker Beck. Der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer kann nicht verstehen, dass die Tätigkeit einer Ex-RAF-Terroristin so viel Empörung auslöst.

Der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, hat Kritik aus der CDU an der heutigen Tätigkeit der früheren RAF-Terroristin Susanne Albrecht zurückgewiesen. «Die da aus der CDU geäußerte Kritik ist mir etwas zu pauschal», sagte Beck im Gespräch mit Netzeitung.de.

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  • Ein Straftäter, der seine Tat bereut und seine Haftstrafe verbüßt hat, müsse wieder die Möglichkeit der Ausübung eines bürgerlichen Berufes haben, betonte er. «Wenn Frau Albrecht kein Fehlverhalten in der Schule vorzuwerfen ist und sie sich zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bekennt, sehe ich nicht, warum man ihre Tätigkeit als Lehrerin kritisieren sollte.»


    Beck wies darauf hin, dass Albrecht schon längst auf Distanz zu ihrer Zeit bei der RAF gegangen sei. «Nach meiner Kenntnis distanzierte sich Susanne Albrecht während ihres Prozesses von ihrer RAF-Vergangenheit und setzte die Ideologie der Terrorgruppe mit dem Stalinismus gleich», erläuterte der Grünen-Politiker und fügte hinzu: In einer Erklärung während ihrer Verhandlung habe Albrecht der RAF sogar «kaltblütige Brutalität» vorgeworfen.

    CDU: Völlig untragbar

    Albrecht war im Juli 1977 mit Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt an der Ermordung von Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto beteiligt. Die gebürtige Hamburgerin hatte ihre Haftstrafe in Bremen verbüßt und war 1996 vorzeitig auf freien Fuß gesetzt worden.

    Dass Albrecht seit über zehn Jahren in Bremen Migrantenkindern Deutschunterricht gibt, war am Montag vom Sprecher des Bremer Bildungssenators, Rainer Gausepohl, bestätigt worden. Der Vorsitzende der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hartmut Perschau, reagierte mit scharfer Kritik auf die Nachricht und nannte es «völlig untragbar, dass unsere Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet werden». Bildungssenator Willi Lemke (SPD) warf er vor, eine Resozialisierung «auf dem Rücken unserer Kinder» zu unterstützen.

    SPD: Gelungene Resozialisierung

    Lemke hatte in «Bild» betont, dass Albrecht «nach Verbüßung ihrer Strafe ein Anrecht auf eine zweite Chance» habe. Die Ex-Terroristin habe sich zudem «glaubwürdig und nachdrücklich von ihren Taten und von der RAF losgesagt», fügte der SPD-Politiker hinzu. «Inzwischen ist ihre Anstellung in der Stadtteilschule in Bremen ein Beispiel für eine gelungene Resozialisierung: Ihre Arbeit, die sie seit vielen Jahren dort leistet, wird von allen Seiten, von Behörden und Kollegen, gewürdigt.»

     
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